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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Korn Kornbill 345

und im Groben vorgerichtcten Korkstücken an einem feststehenden, aber haarscharfen Mes-ser abdreht; ein geübter Mann liefert auf diese Art gegen 200» Stück in einem Tage. Vor-sichtig verkohlter Kork gibt die feine, spanisches Schwarz genannte Farbe. Außerdem wirdder Kork zu Modellen gebraucht. (S. P h e l l o p l a st i k.)

Korn, s- Getreide.

Korn und Schrot bezeichnet in der Münzwiffenschaft den Gehalt und das Gewichtder Münzen selbst. Korn nennt man den Gehalt, welchen eine Münze an Gold oder Sil-ber enthält im Verhältnis des Zusatzes an unedlen Metallen. Bei Goldmünzen bestimmtman den Gehalt nach Karat, bei Silbermünzen nach Lothen, beides in Bezug auf dieMark (s. d.). Schrot dagegen, abgeleitet von schroten, d. i. abschneiden, nennt man dasgesetzlich bestimmte Gewicht einer Münze. Schrot (taille) wird dadurch bestimmt, daß dieZahl der Münzstücke festgesetzt ist, welche eine rauhe Mark (Mark löthig) ausmachen.Sind Gold- oder Silbermünzcn, überhaupt Münzen edler Metalle, ganz nach den gesetzli-chen Bestimmungen in Bezug auf Gehalt und Gewicht ausgeprägt, so sagt man, sie sindvon gutem Korn und Schrot.

Kornbill. Zu den hauptsächlichsten Anlässen innerer Kämpfe in England und har-ter Anklage gegen das englische Staatsleben gehören die Korngesctze, wodurch das Ein-bringen fremden Getreides unter Umständen erschwert und gehindert wird. Ihre äußereGeschichte ist folgende: Anfangs hat man lange Zeit auch in England, wie sonst im Mit-telalter überhaupt, die Ausfuhr des Getreides verhindert, die Einfuhr befördert, den inncrnVerkehr damit gehemmt. Erst 1436 wurde die Ausfuhr bei einem gewissen niedrigenPreise, erst unter Wilhelm III. wurde sie gänzlich, erst l 773 wurde der Binnenhandel mitGetreide vollständig freigegebcn. Bis 1788 war die Ausfuhr stärker als die Einfuhr. Letzterewurde schon 1670 durch hohe Zölle, die sich nach dem Preise richteten, sehr erschwert, da-gegen 1773 durch große Herabsetzung des Zolles fast gänzlich freigegeben. Allein schon17SI ward festgesetzt, daß dieser niedere Zoll ('/« Schilling auf das Quarter) erst eintretensolle, wenn der Preis auf 5-1 Schilling gestiegen sei; bei 5»—5-1 Schilling solle er 2'/-Schil-ling, bei weniger als 50 Schilling 23'/) Schilling betragen. Ja 1804 wurden statt der 50Schilling 63, statt der 54 erst 66 angenommen. 1815 wurde bestimmt, daß das fremdeGetreide zwar ohne Zoll in das Land gebracht, dort aber unter Königs Schloß gelegt undin das Land erst verkauft werden solle, wenn der Preis auf 80 Schilling gestiegen sei.Diesen hohen Preis setzte man 1822 auf 70 Schilling herab, bestimmte aber, daß der Zollbei einem Preise von 70—80 Schilling 12, bei 80—85 5, bei 85 I Schilling betragenMe. 1828 endlich ward eine complicirtere Scala festgesetzt, wonach der Zoll bei einemPreise von 73 Schilling nur I Schilling betrug, bei 72 Schilling auf 2 Sch. 8 Pf., bei71 auf 6 Sch. 8Pf., bei 70 Schilling auf 10, bei 66 auf 20Sch. 8Pf. stieg. Endlich 1842brachte Peel eine Kornbill durch, welche von I Schilling Zollsatz bei einem Preise von 73Schilling ausgeht; bei jeder Verminderung des Preises um I Schilling steigt der Zollsatzum I Schilling; die Preise von 68—66 und von 54—53 sind Nuhepunkte, wo der Zollauf resp. 6und 18 stehen bleibt; 51 Schilling ist das Minimum der Preisscala und derhier eintretende Zoll von 20 Schilling ist einem Verbote gleich. Die Preise werden nachden Marktpreisen von 150 Märkten durchschnittlich bestimmt. Wir nehmen bei allen die-sen Angaben nur den Weizen, als das Hauptnahrungsmittel in England, in Betrachtund erwähnen auch der Erleichterungen, die durch zu Gunsten einzelner Colonien getroffeneModificationen bewirkt worden sind und von dort aus eine Einfuhr ermöglichen, nichtnäher. Die Radikalen wollen gänzliche Frcigebung der Getreideeinfuhr, und wirken fürdieses Project besonders durch die Anti-Cornlaw-League. Die Whigs wollen einen mäßi-gen festen Zoll, da sie meinen, daß die gleitende Scala der Steigerung der Preise um derbloßen Speculation willen zu weiten Spielraum öffne, ein Bedenken, dem aber die Detail-bestimmungen der Peel'schen Bill entgegenwirken sollen. Den Ultratories sind die Zölleder Letzter« noch nicht hoch genug.

Daß man diese ganze, das erste Nahrungsmittel vertheuernde Maßregel höchst un-gerecht, unweise und für die armem Classen bedrückend findet, ist natürlich, und gewiß istder Zustand, der solche Einrichtung herbeiführt, nicht der rechte. Dhne jedoch im minde-