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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
327
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Konstantinopel 327

bei der Eroberung durch die Sarazenen scheint cS wenig gelitten zu haben, denn noch im1 2.Jahrh.wird cs von den arab. Geographen als eine der blühendsten, reichsten und festestenStädte geschildert. Im spätem Mittelalter und in der neuern Zeit theilte es die Schicksaleder Regentschaft Algier, war Sitz eigener Beis, die in ziemlicher Unabhängigkeit von denDeis von Algier walteten, und deren letzter, Achmed, sich auch nach dem Falle Algiers bis1837 gegen die Franzosen hielt, in welchem Jahre K. von diesen erobert ward (s. Algier).In Folge dieser Eroberung kam das ehemalige Beylik K. ganz unter franz. Herrschaft,und bildet jetzt zwei der vier Militairgouvernemcnts, in welche die ganze ehemalige Regent-schaft von Algier eingetheilt ist, nämlich das von Bona (s. d.) und das von K., welches densüdöstlichenTheil der Colonie einnimmt. Das heutige K. zählt nur noch l 6—2VVVVE., derenHandel und Industrie gegen früher sehr gesunken sind; dazu ist es ganz nach Art der übrigenStädte der Berberei, d. h. mit unansehnlichen Häusern in engen und schmuzigen Gassengebaut; keine seiner zehn Moscheen ist von Bedeutung; nur der Palast der ehemaligenBeiS zeichnet stch durch seine zierliche, maurische Architektur aus. Die Citadelle öderKasbah, auf dem höchsten Punkte des Plateaus, welches die Stadt einnimmt, gelegen, istnur durch eine Menge in sie vermauerter Trümmer antiker Gebäude und eine fast unver-sehrte Kirche in byzantin. Stile merkwürdig. Außerdem findet sich auch noch in und um K.eine Menge von Überresten röm. Bauwerke.

Konstantinopel, von den Türken Stambul oder Jstambu l, von den Walachenund den Slawen des türk. Reichs Zaregrad, d. i. Kaiserburg, genannt, führte in denältesten Zeiten den Namen Byzanz (s. d.), bis Kaiser Konstantin der Große diese Stadt33V zur Hauptstadt des röm. Reichs machte und nach sich benannte. Sie blieb seitdem dieHaupt- und Residenzstadt des röm., später des oström. Kaiserthums, dessen Schicksale siebis zu seinem Untergang 1453 theilte (s. Byzantinisches Reich), und wurde dannHaupt- und Residenzstadt der türk. Sultane, die an die Stelle der oström. Kaiser traten(s.Osmani sch es Reich). K. liegt am südwestlichen Ausgange des thrazischen Bos-porus (s.d.) auf einer dreieckigen Landzunge, die durch einen von dieser Meerenge aus sichfast eine Meile lang in das Land hineinersircckcnden Mecresarm, das sogenannte goldeneHorn (den geräumigen und sichern Hafen K.'s), und das Meer von Marmara, jener imNorden, dieses im Süden der Stadt, gebildet wird, sodaß sich dieselbe, die auf der Westseite,der Basis des gedachten Dreiecks, mit dem festen Lande znsammenhängt, zwischen beiden ge-nannten Gewässern nach Osten hin bis zu dem Punkte erstreckt, wo dus goldene Horn,der Bosporus und das Meer von Marmara Zusammenstößen und die dreieckige Landzunge ineiner abgestumpften Ecke endigt. Dies ist das eigentliche K., das, bei einem Umfange von fast2'/, M., von einer jetzt ganz verfallenen Fcstungsmauer umgeben wird, die noch aus derbyzantin. Zeit herrührt und durch die sowol nach der Land- wie nach der Seeseite 28 Thoreund neun Pforten führen. Merkwürdig ist unter jenen das Top-Kapessi, einst das Thordes heil. Nomanus, durch das 1453 die stürmenden Türken eindrangen, und wo der letztePaläologe kämpfend fiel. Um die eigentliche Stadt liegen 15 Vorstädte, von denen KassimPascha, Ealata, Pera, Top-Khana und Fanar, dem eigentlichen K. gegenüber nördlichjenseit des goldenen Hornes auf dem Dreieck zwischen diesem und dem Bosporus und gol-denem Horn, die berühmtesten sind, wozu noch auf der asiat. Seite, jenseit des Bosporus,Scutari und im Nordwesten der Stadt Ejub kommen. Das eigentliche K., wie die nördlichvom goldenen Horn liegenden Vorstädte, ist vermöge der gebirgigen Configuration seinesBodens terrassenförmig gebaut und gemährt deshalb, besonders nach der Seite des gol-denen Hornes zu, wo es amphitheatrglisch aufsteigt, mit seinen vielen Gärten, Moscheenund Palästen, mit denen es untermischt ist, einen prächtigen, malerischen Anblick. Destoabschreckender ist sein Inneres, das in engen, winkeligen, schmuzigen Gassen nur elendeHolz- oder Lehmhäuser zeigt. Die merkwürdigsten Gebäude des eigentlichen K-, das nur vonTürken bewohnt wird, sind das alte und neue Serail (s.d.) und die ehemalige Sophien-kirche (s.d.), jetzt eine Moschee; dann die Moscheen Selim's, Mahmud's, Achmed'S,Soliman's, Bajazet's und der Sultanin-Valide; ferner die bei dem Obelisken des Atmeidans,des grüßten der wenigen öffentlichen Plätze K.'s, wo in der byzantin. Zeit der Hippodram sichbefand; das Schloß der sieben Thürme, auf der südwestlichen Ecke der Stadt, in das sonst