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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
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Kaffeehäuser <

dem glühenden Sonnenstrahls, wenn anders das Wetter günstig ist, in drei bis vier Tagenvöllig zusammen. Einfallendes Regenwetter bringt eine Erhitzung oderGährungderBeerehervor und macht die Samen gelblich, welche'bei guter und schneller Trocknung stets hellgraugrün und mit einem silberigen Häutchen bekleidet erscheinen und als besteWaare gelten.Besondere Walzmühlen bringen hierauf das eingetrocknete Fleisch zum Abspringen, undnachdem der Kaffee vorher noch durch Schwingen von zufälligen Unreinigkeiten befreit wor-den ist, wird er in Säcken nach den Häfen verführt. Da man aber nicht in allen Coloniengleichen Fleiß auf die Bereitung verwendet, so ist auch die Waare und der Preis derselbensehr verschieden. Die frühere Geschichte des Kaffeebaums ist nicht sehr klar. Den Griechenund Römern war er unbekannt; aber in Arabien ist er schon im 15., im übrigen Orient im16. Jahrh. in Gebrauch gewesen. Ein Bürgermeister von Amsterdam, Wieser, soll ihn ge-gen Ende des 17. Jahrh. von Mocha nach Batavia gebracht, dort seine Anpflanzung imGroßen veranlaßt und endlich junge Pflanzen an den botanischen Garten zu Amsterdamgeschickt haben, von welchem der pariser Garten einen Baum erhielt. Einen Ableger des-selben nahm Capitain Declicux 1720 mit sich nach Martinique, wo er so gut gedieh, daß inwenigen Jahren alle Antillen mit Bäumchen versehen werden konnten.

Im Handel unterscheidet man hauptsächlich folgende Sorten: den levantischenoderMochakaffee, welcher aus Arabien kommt und sich durch kleine graue, ins Grün-liche fallende Samenkörner auszeichnet; den javanischen aus Ostindien, große gelbeBohnen; den Martiniquekaffee, etwas kleinere und grünliche Bohnen; den suri-namischen, aus Westindien, die größten Bohnen, und den bourbonischen, dessenBohnen blaßgelb und fast weißlich sind. Der Kaffeehandel überrrifft an Wichtigkeit fastden mit jedem andern Waarenartikcl. Nach ziemlich genauen Berechnungen wird derKaffeeverbrauch Europas jährlich auf258'/-Mill., derjenige der übrigen Erdtheile auf we-nigstens 200 Mill. Psd. angeschlagen, wovon Brasilien, Java und Westindien die größtenQuantitäten liefern. Die Anwendung des Kaffees zum Getränke stammt aus Arabienund gelangte von da im 10. Jahrh. nach Ägypten und Konstantinopel. Leonhard Nauwvlf,ein deutscher Arzt, ist wahrscheinlich der erste, der den Kaffee durch seine >573 gedruckteNeisebeschreibung in Europa bekannt machte. Im I. 1591 brachte ihn Prosper Alpinusals Arznei aus Ägypten nach Venedig. Bereits zu Anfänge des 17. Jahrh. wurde er inItalien getrunken, um die Mitte dieses Jahrh. in Frankreich und England, gegen Endedesselben inDeutschland; doch erst zu Anfänge des 18. Jahrh., wo ersuch in Polen,Schwe-den und andern nordischen Reichen Eingang fand, wurde der Gebrauch desselben allgemeiner.(S. auch Kaffeehäuser.) In Arabien und im Orient bereitet man den Kaffee nichtimmer auf die in Europa gebräuchliche Art als Getränk. Häufig wird dort eine Abkochungungerösteter Samen getrunken, und zu dem cabe 5 la Sultane, den man dem aus Bohnenbereiteten vorzieht, werden die Samcndecken und das an diese angetrocknete Fleisch verwen-det. Der Kaffee als Getränk wirkt erregend auf das Nervensystem und befördert die Ver-dauung; doch bringt er auch bei reizbaren Personen Blutwallung hervor und wird Ver-anlassung zu Hämorrhoidalleiden und krampfartigen Beschwerden im Magen. RohenKaffee wendet man als Heilmittelbei Wechselfieber, Gicht u. s. w. mit Erfolg an. Die Ho-möopathie erkennt in ihm ein Mittel, welches die Wirkungen vieler Arzneien aufhebt undverbietet seinen Gebrauch als Getränk, benutzt ihn aber gleichfalls als ein Heilmittel. DarRäuchern mit Kaffee ist in neuerer Zeit als ein vortreffliches Mittel zur Zerstörung vonMiasmen und Übeln Gerüchen in Anwendung gebracht worden. Eine schöne braune Ma-lerfarbe erhält man, wenn man zwei Loth gebrannten und gemahlenen Kaffee mit etwasWeinsteinsal; in einem Räsel Brunnenwasser gehörig kochen und dann die abgcgosseneFlüssigkeit in Muschelschalen cintrocknen läßt. Durch Verbrennen des getrockneten Kaffee-satzes gewinnt man eine schöne schwarze Farbe. Auch bereitet man daraus einen angenehmschmeckenden Liqueur. Vielfacher Verbrauch, misrathene Ernten und die hohen Preise desKaffees haben dieBereitung einer großen Anzahl von Kaffeesurrogatenss.d.) veranlaßt.

Kaffeehäuser entstanden fast allcrwärts gleichzeitig mit der ersten Einführung desKaffees. Das erste in Europa wurdeI 551 in Konstantinopel errichtet, hundert Jahre spä-ter, im I. 1852, errichtete in London ein Diener des nach der Levante handelnden Kauf-