Druckschrift 
4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
722
Einzelbild herunterladen
 

722 ©ttglattb (®faaf$t>erfftffmt8)

in6.niemalsganjunferbrüät worben tfl. SluS iijmftnbbie jefcigen greifaffen (Freehol-ders) entfianben; benn fcfjort unter Äarl II. mürben alle Slitterlehn in freies ©rblet)n (freeand common socage) »erwanbelf unb alle SeljnSgefälle unb dienfle, mit 9luönaf)me berfircf>lic£)en (frank-almoigne) unb ber fjwfbienfle, 5. P. bei Krönungen, gan$ abgefchafft.Slber aud) felbfi bie frof)npfltd)tigen ©uföunterfhanen (Villeins), aus welchen bie jepigen3inS» unb grohnbauern (Copyholders) entfianben ftnb, waren auf er jenem dienfl»»erfyälfnif immer als freie ffeute $u betrauten. dies ergibt ftd) am beutlidjften ausber breifachen Slrt beS Gerichts, welche in ben ÜefnSferrfcfaftcn »orfam, unb, wiewol jtefetten metjr geübt wirb, hoch bem Siechte nach noch befielt. 3n bürgerlichen @ad)en befefcenndmlid) bie gtetfaffen baS @ertd)t (Court-baron at common law, Barons court, Freeltol-ders court) als ©chöffen unter bem SSorft^e beS ©utSferrn ober SlmfmannS; in ©acbenber grotjnbauern hingegen tfl ber ©utSljerr ber Stichter nach ben befonbern Siechten beS©utSbejirfS (Customary court); in ©traffadjen bagegen hielten bte fämmtlichen Ginge»feffenen ber ^errfcbaft, greifaffen unb gtoi)nbauetn, baS Stügegerid)t (Court leet, bet benSlngelfachfen Folkright), im Stamen beS .Königs, unter bem Porftfce beS SlmtmannS (Ste-ward), welcher ju bem Gnbe ein Sted)tSgelchrter fein muffe. Slnflagen, welche auf gelonieunb Perrath gingen, muffe er an bte föniglicf)en Stifter abgeben; in geringem ©achen hin»gegen »eranflaltete er felbfi ein anbereS ©cf)öffenrecht (Jttry) über bie $f>atfrage unb be»fiiramte nach beffen SluSfpruche bie ©träfe. Sluch hieraus erfleht man, baf in G. fowol bie4)örigfetf als bie gutSherrlidje ©cridjtSbarfeit ber allgemeinen PolfSfreiheit riet wenigerentgegen gewefen ftnb als in anbern Sänbern, unb baf ber urfprünglid)e ©harafter ber ®e»richtSherrtiihfeit, gührer unb Porfieher freier Seufe ju fein, ftd) bort reiner atS irgcnb anber*wärtS auSgebilbet hat, unb bieS ifl eS, was bie Gnglänber als Port grof unb fraftooll ge»macht, fo »tel auch fonfi in ihren (Einrichtungen tabelnSmerth fein mag.

Dbfchon eS PlonteSquieu oft nachgefprodjen worben ift, baf bie .Kraft ber engt. © f a a t S <»erfaffung in einer fct>arfen Trennung ber bret ©ewalten, ber regierenben, richterlichenunb gefeggebenben, bcflehe, fo ifl bieS boch fetneSwegS als unbebingt wahr an}unef)men.Stamentlid) baS Parlament nimmt fowol an StegierungSgefchäften als an richterlichen einenfet>r bebeutenben unb wefentlichett Slntfjeil, im Unterhaufe burd) bie flete 5lufjtd)f über bie©taatSrerwattung unb burch bie fogenannten PrioatbillS in Pewhung auf öffentliche Sin»lagen, PlajorennitätSerflärungen, Ghefdjeibungen u. f. w., unb baS DberfauS burd) feine©tellung als oberfler Gerichtshof ber Station, desgleichen übt ber .König im ©eheimen 9latf)cober tn bem engern SluSfchuffe beffclben, bem ©abinetSrathe, fowol gefefgebenbe als rtchter»liehe Pefugniffe aus, auch über bie bret oberflen Gerichtshöfe eine ähnliche ©ewatt wie bieröm. Oratoren, inbem ihre ©ntfeheibungen gewiffermafen ©efef eSfraft hoben; überhauptaber taufen biefe brei Zweige ber ©taatSgewalt in ©. fo burcheinanber, baf eS für feinenberfetben ein felbflänbigeS Srgan gibt. Gbenfo wenig läff fiel) bie ©tellung beS .Königs unbber beiben Raufer beS Parlaments als eine SJtifchung »on 2Ronard)ie, Slriflofratie unb de*mofratie betrachten, denn auch baS Parlament tfl, wenige ©tintmen abgerechnet, welcheftd) für bie Piaffe beS Ports unb im ©eifle beffelben erheben, burd;weg ariflofratifch, inbemfelbfi nach ber Sleforntbill beibe Raufer jumeifl auS ben gröfern ©runbeigentljümern jufant»mengefejjt ftnb, baS DbcrhauS nur mit einer Sutfyat »on ©eburtSariflofratie. die SBünfd)ebts Ports ftttben in feinem berfelben ein notlfwenbigeS Drgan, wol aber ftnb bte wefent»liehen Siechte beffelben unb bie ^>errfcf>aft ber ©efefse, worauf bie bürgerliche greiheit beruht,burch anbere Slnftalten gefiebert, unb baS Peflcfen biefer ß'inrichtungen ifl feinerfeitS wieberburch bie beiben Umftänbe öerbürgt, baf eineStheilS biefelben auch ber Slrifiofratie gegen bieSteigung jur willfürltchen ^»errfchaft junt Portbeil gereichen, anberntheilS bie Pcforgitifobwaltet, baf baS Port, wenn ihm jene ©inrichtungcn, $. P. bie Polfögcrichte in ber 3urt),bie Pefugnif, Perfantmlungen ju halten, unb bie Preffretheit, endogen werben würben,nicht nur biefe mit ©ewalt behaupten, fonbern leicht noch PtefreS an fleh reifen würbe, diefönigltcbe ©ewalt trägt noch bie Reichen ihres UrfprungS auS ber altgermanifchen PolfSoer»fajfung. SluSgührern einer freien jfriegSgenoffenfchaft würben bieJtönige DberlehnSfjerrenbeS CanbeS, ©efehgeber unb 3Iid)ter; benn bie Pefchlüffe beS Parlaments ftnb eigentlich nurPitten. welche ber .König mit einemle roi savisera" ablehnt, unb bie£)berrid)tet in Sßeft»