DrustLräune Brüten 735
Brustbräune oder Herzbräune nennt man eine eigenthümlichc Art Krampfinder Brust, welcher mit einem mehr oder weniger heftigen vom Herznerven ausgehendenSchmerz verbunden ist und gewöhnlich bei Tage und während des Gehens auftritt. An-fangs verschwinden die Anfälle ebenso schnell als sie gekommen, später aber stellen sich or-ganische Veränderungen im Herzen und den großen Gesäßen ein, worin man irrigerweiseden Grund der Krankheit gesucht hat. Ist es erst so weit gekommen, so erfolgt der Tod oftplötzlich während des Anfalls. Die Krankheit ist häufiger bei Männern als bei Frauen undscheint am meisten in England vorzukommen. Vgl. Jurine, „Über die Brustbräune",(deutsch von Menke, Hannov. l8l6).
Brüste (mi»min»e) heißen die beiden bei dem Menschen und einigen wenigen andernSäugthieren, wie Affen, Fledermäusen u. s. w., auf der Brust befindlichen Milchabsonderungs-organe, zu welchen beide Geschlechter Anlage haben, die sich jedoch nur bei dem weiblichenin den Jahren der Mannbarkeit vollkommen ausbilden. Sie bestehen aus einer Mengedrüsenartiger Körper, welche, durch eine ansehnliche Menge Fett-und Zellgewebe untereinanderverbunden, die Milchdrüsen heißen. In denselben befinden sich wieder kleine, länglich-runde Bläschen, von welchen aus enge Kanäle, die sich allmälig zu 12—20 Stämmen ver-einigen und Milchgänge genannt werden, nach der Mitte der Brüste erheben. Im natür-lichen gesunden Zustande sind die Brüste mannbarer JungfraueninForm zweierHalbkugelngleichmäßig abgerundet, elastisch, mehr hart als weich, mit sehr zarter weißer Haut über-zogen. Auf der Mitte einer jeden Brust erhebt sich die Brustwarze (pupills), welche beider Jungfrau als ein rundes Knöspchen erscheint. Sie besteht aus fettlosem Zellstoff, denMilchgängen, kleinen Blutgefäßen und Nerven von zarter Haut überzogen, zeichnet sich durchihre bräunliche Farbe und runzliches Ansehen aus und nimmt durch das Säugen eine cylinder-artige Gestalt an. Den kreisrunden, IV 2 —2 Zoll breiten, bald bräunlichen, bald röthlichenFleck um die Warze herum, welcher mit einer Masse kleiner, eine Fettigkeit absondcrnderHautdrüsen versehen ist, nennt man den Warzenhof (ureols). Die Bestimmung der Brustist Absonderung von Milch für das neugeborene Kind, welches dieselbe aus der Warze, worinsich die Milchkanäle enden, einsaugt. In demselben Grade, wie sie gegen Ende der Schwanger-schaft und nach der Entbindung aufschwellen, nehmen sie nach Ablauf der Säugezeit wiederab und verlieren mit den verrückenden Jahren ihre Fülle. DieBrust bezeichnet das werdendeund das gewordene Weib, und eine vollendete Ausbildung derselben gehört zu deren Schön-heit. Wenn demnach Frauen bei ihrer Kleidung darauf Rücksicht nehmen, daß die Eigen-thümlichkeit ihres Geschlechts, welche sich in diesem so wunderbar von der Natur gebildetenTheile ihres Körpers ausspricht, hervortrcte, so dürfen sie doch nie mehr als eine Andeutungdavon geben, zumal da Erkältung der Brüste leicht üble Folgen nach sich zieht. Aber auchzu sorgfältige Bedeckung bringt Nachtheile, namentlich wenn sie mit Druck verbunden ist,wie bei den zu hoch hinaufgehenden Schnürleibern, welche die gehörige Ausbildung derMilchdrüsen und das Hervortreten der Brustwarzen hindern, wodurch dem Kinde oft späterdas Saugen erschwert oder gar unmöglich gemacht und das schmerzhafte Wundwerden oderDurchsaugcn begünstigt wird. Die hauptsächlichsten Krankheiten, welche entweder blos dieWarze oder die Brust selbst betreffen, sind fehlerhafte Milchabsonderung, „Milchgeschwülste,Brustentzündung, krebsartige Verhärtungen und Krebs. Vgl. Klees, „Über die weiblichenBrüste und die Mittel, sie gesund und schön zu erhalten" (3. Aust., Franks. 1806) undBraun, „Über den Werth und die Wichtigkeit der weiblichen Brüste" (2 Bdc., Erf. l 805).
Brustwehr heißt in der Befestigungskunst eine 6—10 F. hohe, 3—20 F. dickeWand von Erde, Holz oder Stein, bestimmt, die Vertheidiger gegen das feindliche Feuer zuschützen und zum Darüberschießen hinten mit stufenweisen Auftritten versehen. Im Nothfalleund bei Bclagerungen werden auch mit Erde gefüllte Schanzkörbe, Kasten, Sand- oder Woll-säcke als Brustwehr angewendet. Ist die Brustwehr aus Erde aufgeworfen, so muß dieinnere Fläche (Böschung) mit Faschinen, Flechtwerk oder Rasen bekleidet werden, wodurchdie umgeschüttete Erde einzurollen verhindert wird. Die Faschinen werden mit Pfählenübereinander befestigt, das Flechtwerk um 7—10 F. hohe Pfähle aus Baumzweigen ge!flochten und die Rasenstücke gleich Mauerziegeln übereinander aufgeschichtet.
Brüten heißt im weitern Sinne des Worts dasjenige Einwirken auf das befruchtete