7M Bruno der Große Bruno der Heilige
scheu Wissenschaften tüchtig vorbereitet hatte, übersetzte er zunächst Hahncmann's „Organonder Heilkunde" in das Französische (DreSd. 1824; 2. Auch, 1832); auch begann er, nebenandern hierher cinschlagcndcn Schriften, mit Stapf und Groß eine lat. Übersetzung vonHahncmann's „Reiner Arzneimittellehre" (2 Bdc., Drcsd. 1825—26). Im I. 1836nahm er thätigen Antheil an der Begründung des homöopathischen Ccntralvereins fürDeutschland, dessen ordentliches Mitglied er wurde, und feine Bestrebungen blieben nichtohne Anerkennung. Im Gebiete der Novellistik und Lyrik machte er sich durch seine „Dich-tungen" (Drcsd. 1833), die Novelle „Die neue Psyche" (Bunzlau 1837), das historisch-romantischeGcmälde „Der Troubadour" (2Bde.,Dresd. 1839) und den umfassenden histo-rischen Roman „Ulrich von Hutten" (3 Bde., Lpz. 1842—43) bekannt.
Bruno der Große, Erzbischof von Köln und Herzog von Lothringen, eine der be-deutendsten Persönlichkeiten feiner Zeit, gcb. um 928, war der dritte Sohn König Hein-rich's 1. und der Bruder Kaiser Otto's I. Er erhielt seine Erziehung erst durch den BischofBaldrich von Utrecht, bei welchem er die Anfangsgründe der griech. und lat. Sprache lernte,später durch den Bischof Israel Scotigena und mehre griech. Gelehrte. Seine ungewöhn-lichen Kenntnisse, sein Scharfsinn und seine Beredtsamkeit gaben ihm in ebendem Grade einseltenes Übergewicht über die andern Bischöfe und Geistlichen seiner Zeit, als andererseits seineMildthätigkeit, Dcmuth und sein hoher Ernst die Gcmüther der Laien mit Verehrung gegenihn erfüllten. Als er herangewachsen war, wurde er von Otto in die Pfalz gerufen, wo er-unter den Geschichtschreibern, Poeten und namentlich unter den Philosophen des Hofs baldeine bedeutende Stelle einnahm, Viele der weltlichen und geistlichen Großen durch seinenUmgang heranbildcte und eine förmliche Schule von Geistlichen um sich versammelte, die erdann zu Bischöfen machte. Später ward er Erzbischof von Köln und Erzkanzler des Kai-sers, begleitete denselben im I. 951 auf seinen erstem Kriegszuge nach Italien und zeigtesich überhaupt, im Gegensatz zu den andern nächsten Verwandten Otto's l., die sich nach derReihe Alle empörten, unausgesetzt als dessen treuen Anhänger. Deshalb ernannte ihn auchOtto, nach Absetzung seines aufrührerischen Schwiegersohns Konrad, im I. 954 zum Ober-Herrn und Herzog von Lothringen, das unter ihm in Ober- und Untcrlothringen mit zweibesonder» Herzogen, Friedrich und Eodeftied, getheilt wurde, und vertraute ihm die Ver-thcidigung des Landes gegen den noch nicht völlig besiegten Konrad. B. starb auf einetReise nach Coinpiegnc, wo er seinen Neffen, den König Lothar, und die Söhne Hugo s zuversöhnen beabsichtigte, zu Rheims am 11. Oct. 965. Man legt ihm Commentare über diefünf Bücher Mosis und einige Lebensbeschreibungen von Heiligen bei. Sein Leben beschriebRuetger, „Vita Lrunonis", gedruckt bei Leibniß in den „8crip11. rer. bruusv."
Bruno der Heilige, der Apostel der Preußen, stammte aus dem alten Geschlechte dervon Querfurt und erhielt frühzeitig ein Kanonikat an der Kirche zu Magdeburg. Er bautedie Kirche zu Querfurt und kam an den Hof Kaiser Otto's III., der ihn 995 Papst Gre-gor V. zum Beistände nach Rom sendete, dem B. auch bei seiner Entsetzung getreu verblieb,sodaß sich ihm bei dessen Wiedereinsetzung die Aussicht auf hohe Beförderung darbot. SeineAbsicht war aber darauf gerichtet, den Heiden das Evangelium zu predigen. Zum GehülfenAdalbert des Heiligen (s.d.) bestimmt, ging er zwei Jahre nach dessen Tode, im J. 9SS,nach Preußen, wo er eine sehr günstige Aufnahme fand. Andern Missionaren die Fortfüh-rung des Bekchrungsgeschäfts überlassend, kehrte er 1664 nach Rom zurück und wurde nunKaplan Kaiser Heinrich's II. Da indeß in Preußen eine sehr ungünstige Stimmung gegendas Christenthum sich erhob, so ging er nach wenig Jahren von neuem dahin, vermochte aberauch nichts auszurichtcn und wurde 1668 mit 18 seiner Gehülfen an der lithauischen Grenzeerschlagen. Ihre Körper erkaufte der Herzog Boleslaw von Polen. Später ward B. unterdie Heiligen versetzt.
Bruno der Heilige, der Stifter des Karthäusermönchsordens, geb. zu Köln um1046 aus einem alten und edeln Geschlechte, wurde in der Schule der Collegiatkirche St.-Cunibert erzogen, bei welcher er in der Folge ein Kanonikat erhielt, und studirte dann zuRheims, wo er sich so auszeichnete, daß ihm der dasige Bischof Gervasius die Aufsichtüber alle Schulen des Sprengels übertrug. Durch die Sittenlosigkeit seiner Zeit bewogen,suchte er im Verein mit sechs gleichgesinnten Freunden die Einsamkeit und wurde von dem