678 Britannia
fen; Boadicea aber tödtctc sich selbst. Durch siegreiche Kämpfe mit den Völkern in den west» > „lichen Gebirgen befestigten Petilius Cercalis (70—75) und namentlich Cn. Julius Agri- §
cola (s. d.), der vom I. 78—85 unter Vespasian und Domitian B. verwaltete, die röm. 2
Herrschaft; der Letztere dehnte sie bis zu den Meerbusen des Clyde und Forth aus, der nörd-lichsten Grenze, welche sie überhaupt erreicht hat, und ordnete das Innere. Hadrian gab im „I. 120 jene Grenze auf und zog als solche zwischen dem Solwaybuscn und der Tynemün-dung einen Wall, dessen Reste noch jetzt in dem sogenannten Pictenwall bestehen. Die Mäa-ten im südlichen Schottland, welche dieselbe durchbrachen, wurden von dem Statthalter h
Lollius Urbicus besiegt, der die Grenze des Agricola durch einen nach dem Kaiser Antoninus e,
dem Frommen benannten Erdwall befestigte und so das röm. B. von 8 . Ksrbara oder Kale-donia schied. Gegen die Bewohner des letztem, die Kaledonier, war, als sie in die Provinz zeingefallen waren, der Statthalter Ulpius Marcellus (ISO—197) siegreich; doch nöthigten ! „neue Einfälle derselben schon den Kaiser Septimius Severus selbst nach B. zu gehen, wo er, .nachdem er den Wall Antonin's durch eine Mauer verstärkt hatte (mnrus Severi), im1 .2 lI czu Eboracum, dem heutigen Jork, starb. jl
Damals zerfiel das röm. B. in folgende Theile: 6 . prim», der südliche Theil, 8 . se ! ^
ounels, das Land westlich von der Scvernc, östlich davon Vlavis 6 ässrieosis nördlich bis §
zum Humber, jenseit dieses Flusses Naxima 6 ä 8 aricnsis, der nördlichste Theil zwischen 0
den beiden Wallen, immer ein unsicherer Besitz, Valencia. Der Menapier Carausius, ein «
röm. Befehlshaber, nahm durch sächs. und fränk. Krieger unterstützt, den Kaisertitel in z
B. an im I. 287 und herrschte anerkannt von dem röm. Kaiser Maximinian kraftvollsieben Jahre lang, bis ihn sein Gefährte Allectus tödtete, der selbst durch Konstantins j,
Chlvrus im I. 296 besiegt ward. In Eboracum, wo dieser im I. 306 starb, ward sein ^
Sohn Flavius Konstantinus, der Große, zuerst zum Kaiser ausgerufen. Unter seiner ?
Regierung genoß B. noch der Ruhe, aber bald nach seinem Tode begannen die räuberischen ^
Einfälle der Picten, die vielleicht, und der Scotcn, die gewiß aus Irland in das nördlicheSchottland eingewandert waren. Selbst nach dem großen Siege, den Theodosius, der (Vater des Kaisers Theodosius des Großen, im I. 368 über beide Völker, da sie bis Lon- x
don vorgedrungen waren, erfocht, wiederholten sich bald ihre Einfälle. Auch Gcgenkaiser x
traten in B. auf, unter denen Maximus, hingerichtet 388, und Konstantin, ermordet IN, sihre Herrschaft über Gallien ausdehnten. Endlich gab Kaiser Honorius die röm. Herrschaft ! rüber B. ganz auf, nachdem er noch einmal im I. 421 eine Legion gegen die Picten und 5
Scotcn den Briten zu Hülfe gesendet hatte; als der röm. Feldherr Aetius 446 ihnen den i
Beistand verweigerte, suchte diesen ein brit. Fürst in Kent, Vortiger, bei den Sachsen, die r
schon lange durch Seeräuberei die Küsten beunruhigt hatten, und die nun verbunden mit den ^
Angeln in der zweiten Hälfte des 5. Jahrh. selbst ihre Herrschaft in B. gründeten. (S. Angel- s
sa ch se n.) Die gemeinsame Benennung der Völker, die bis gegen Caledonien wohnten, §
warBritanni oder Britones, vermuthlich von dem keltischen Worte brith, d. h. bunt oder x
gefärbt, nach der Sitte der Einwohner, sich bunt zu bemalen, deren Cäsar gedenkt. Sie ge- j
hörten zu dem großen keltischen Völkerstamm und waren am nächsten mit der Abtheilung i
desselben, welche Gallien bewohnte, verwandt. Unter den einzelnen Stämmen, in welche sie z
zerfielen, sind namentlich die Kantii, deren Name sich im heutigen Kent erhalten HOt, die ,
Trinobanten, in deren Gebiet Londinium, ein seit der ältesten Zeit ansehnlicher Handelsort, j
lag, und wegen tapferer Gegenwehr gegen die Römer die Brigantes im Norden, die Ordo-vici und Silures in den westlichen Gebirgen und die Damnonii im Südwesten zu erwähnen. ,
Die Bewohner des jetzigen Wales, die Kymren, die sich selbst auch Brython nennen, sind z
Nachkommen der alten Britannier. Mit den übrigen Kelten gemeinsam war diesen ein ei- :
genthümlicher Priesterstand in den Druiden, mit welchen die Barden, Dichter, nahe verbun-den waren. In der Hörigkeit des Priesterstandes und des Standes der Häuptlinge oder >
Ritter befand sich schon zu Cäsar's Zeit, wie in Gallien, das übrige Volk, und auch die Kö- ^
nige, die über die einzelnen Stämme herrschten, waren durch sie beschränkt, hatten nur im ,
Kriege, bei dem man sich der Streitwagen (esoeclae) bediente, freiere Gewalt. Viehzucht, ,
Jagd, Bergbau, Getreidebau und Tauschhandel mit den Producten trieben die Einwohner ,
Von alter Zeit her; unter den Römern, bei deren Abzug 28 Städte, nebst vielen Castellen !