Bretenil Breton de loS Herreros 659
häufig in Schlesien, Böhmen, Sachsen und anderwärts unter demselben Namen verfertigt,har zwar nickt die Güte der franz., übertrifft sie aber öfters im äußern Ansehen.
Vreteuil (Louis Auguste le Tonnelier, Baron von), franz. Minister, geb. 1733zu Preully in Touraine, trat zuerst in den Kriegsdienst, wo er sich sehr bald durch Entschie-denheit des Charakters, Scharfsinn und unermüdliche Thätigkeit so hervorthat, daß Lud-wig XV. aufmerksam auf.ihn wurde und ihn 1758 als Gesandten an den Hof des Kurfür-sten von Köln schickte. Erst seit 1760 aber, wo er die Gesandtschaftsstelle am ruff. Hofe er-hielt, wurde er in die Geheimnisse der Hofpolitik eingeweiht. Während seines Aufenthaltsin Petersburg leistete er 1761 dem Abbe Chappe d'Auteroche, den die Akademie der Wissen-schaften zu Paris nach Sibirien schickte, um den Durchgang der Venus zu beobachten, we-sentliche Dienste. Als Gesandter in Stockholm wirkte er bei den wichtigen Verhandlungendes Reichstags von 1766 mit Erfolg für das Interesse der franz. Partei. Bald nachherging er als Gesandter nach Holland, dann nach Neapel und 1775 nach Wien. Nach Frank-reich zurückgekehrt, ward er 1783 Minister des königlichen Hauses und machte sich anfangsdadurch, daß er mehre der Staatsgefangenen in Freiheit setzte, sowie durch mehre nützlicheEinrichtungen in Paris, wie z. B. am Hötel-Dieu, einigermaßen populair. Allein sehr baldzeigte er sich auch als den eifrigsten Vertheidiger der absoluten Gewalt, sowie der Königin,wodurch er sich so viele Gegner zuzog, daß er 17 87 sein Amt niederlegen mußte. Nach Necker'sFall ward er wieder auf kurze Zeit Minister, als aber Ludwig XVI. seinen Rath verwarf,sich mit den Truppen nach Compiegne zurückzuziehen, verließ er Frankreich und ging nach! Solothurn, wo er 1766 von dem Könige die Vollmacht erhielt, mit den nordischen Höfen, über die Maßregeln zur Wiederherstellung des königlichen Ansehens in Frankreich zu unter-handeln, weshalb ihn der Convent in Anklagestand versetzte. Von allen Parteien vergessen,I nahm er seit 1762 seinen Aufenthalt in Hamburg, bis er 1862 die Erlaubniß zur Rückkehrnach Frankreich erhielt, wo er 1867 starb.
Breton de los Herreros (Don Manuel), vielleicht der populairste und beliebteste> Dichter des gegenwärtigen Spaniens, geb. im Dec. > 866 zu Ouel in der Provinz Logrono,erhielt seine erste Bildung in Madrid und diente 1813 — 22 im Heere. Hierauf wurde erim Finanzdepartemcnt angestcllt, dann Secrctair bei der Intendanz von Jativa und baldnachher bei der von Valencia. Stets der Sache der Freiheit ergeben, mußte er sich nach derRestauration der absoluten Herrschaft zurückziehen. Erst 1833 wurde er wieder, und zwarohne sein Ansuchen, in Madrid angestellt und später zum Bibliothekar der Nationalbiblio-thck ernannt, welche Stelle er jedoch 1816 verlor, weil ein von ihm im Aufträge der Juntazu Ehren Espartero's gedichtetes Gclegenhcitsstück keinen Beifall gefunden hatte und, trotz-dem daß man ihm zur Abfassung desselben kaum so viel Zeit gelassen, als blos zum Ab-schrecken nöthig gewesen wäre, dieser Erfolg von seinen politischen Kritikern einem Mangelan gutem Willen zugeschrieben wurde. Dagegen nahm ihn die Königliche span. Akademie zumwirklichen Mitgliede auf. Schon in seinem 17. Jahre schrieb er das Lustspiel „X Is vcjcrviniel-iz", das 1823 zur Aufführung kam und mit entschiedenem Beifalle ausgenommenwurde. Seitdem hat er bei seiner ungewöhnlichen Fruchtbarkeit und der Leichtigkeit, mit wel-cher er dichtet, über 13V Stücke, theils Originale, theilS Überarbeitungen älterer vaterlän-discher, theils Übersetzungen aus dem Italienischen und Französischen, der span. Bühne ge-liefert, wovon die meisten auf den Theatern der Residenz wie auf den Dorfbühnen entschie-denen Beifall gesund n haben. Überdies hat er „Loeslas sueltas" (Madr. 1831 und Par.l^16) herausgegeben und die satirischen Gedichte „kontra ei tnror lllsrinonico, 6 mas die»contra los desprocio» ei tsatro espano>"(Madr. 1828), „Contra los bombres en de-leosa de la mugeres" (Madr. 1826), „CI carnaval" (Madr. 1833), „Contra In mania con-tugiosa de escr!I,irz>ara ei piiblico" (Madr. 1833), „l.a Iiiziocresi'a" (Madr. 1833), „Contraio» sdusos) desziropositos introducidos en ei arte de la declainacion teatral"(Madr. 1833)und „Recuerdos de nn baile de Mascaras; enentn en verso" (Madr. 1833). Alle seineGedichte zeichnen sich durch eine ungemein anmuthige und dabei doch kräftige Diction und«ne harmonische, fließende und selbst in den künstlichern Cvmbinationen zwanglose Versifi-kativn aus. Das Komische und Satirische ist sein eigentliches Element, in welchem er sich