94 Basilika Basilius
Publicum, der eine oblonge Grundfläche hatte und insgemein mit Säulenstellunzen, auchGalerien an den Seiten versehen war, und dem Tribunal, welches sich an jenen in der Formeines Halbkreises, die Sitze der Richter umschließend, anlehnte. So häufig indeß diese Gebäudebei den Römern waren, so haben sich doch nur sehr geringe Neste derselben bis aufdie Gegen-wart erhalten. Die ersten christlichen Gemeinden nahmen die Basiliken zum Vorbild si,rihre kirchlichen Vcrsammlungshäuser und behielten auch den klassischen Namen zur Bezeich-nung des Kirchcngcbändes bei. (S. Baukunst.)
Basilika, so benannt nach dem griech. Kaiser Basilius Macedo, gest. 8!?6, heißt dasunter demselben begonnene Gesetzbuch des griech. Kaiserreichs, welches sein Sohn Leo derWeise vollendete und dessen Sohn Konstantin Porphyrogenneta 945 revidiren ließ. Es be-steht aus 60 Büchern, ist eine Umarbeitung des Justinianeischen Gesetzwerks mit Berück-sichtigung mancher unterdeß geänderter Verhältnisse und nach einem eigenthümlichen Planeverfaßt. Die Basiliken haben großen Werth für die Interpretation des (Corpus j»ris, und esist zu bedauern, daß wir sie nicht mehr ganz vollständig besitzen. Die Hauptausgabe ist vonFabrott (7 Bde., Par. 1647, Fol.); eine neue hat Heimbach (Bd. I—3,Lpz. 1833—42,4.) begonnen, doch umfaßt dieselbe erst ungefähr die Hälfte des Ganzen. Schon das Alter-thum lieferte verschiedene aufdie Basiliken bezügliche Schriften, welche ihr Berständniß undihre kritische Behandlung erleichtern; so die „Olossss noinicae", kurze Worterklärungen;die „L^nopsis" oder „Lclogo. Dnsilicorum", das „Krodiiron" des Kaisers Basilius, und daszu dessen Ergänzung dienende „Lrocknron" des Konstantinus Harmenopulus, letzteres Aus-züge aus den Basiliken, zum Theil aus ziemlich später Zeit. Von neuern Hülfsmitteln istHaubold's „U-muale L»si1icorum" (Lpz. 1818, 4.) vorzugsweise zu nennen.
Basilisk, eine Gattung Eidechsen mit hohen Hautlappen aufRücken und Schwanz,welche im Allgemeinen dem Leguan gleicht, von Insekten lebt und sich auf den Waldbäummvon Guiana aufhält. Der Indische Basilisk gehört einer andern Gattung an, wird3—4F. lang, lebt wie die erstere und hält sich in Amboina auf. In der schon bei Pliniusvor-kommendcn Fabel tritt derBasilisk, der mit dem der gegenwärtigenZoologie nichts gemeinhat, als eine ungeheure Schlange auf, die durch ihren Blick tödtet und durch ihre fürch-terliche Stimme alles Lebende aus ihrer Nähe vertreibt. Die Schriftsteller des Mittelaltershaben dieses Wesen noch abenteuerlicher ausgestattet, es oft abgebildet, z. B. Aldrovandi,und lassen es aus dem Ei eines alten Hahns ausgebrütet werden. Die morgen!. Völkergeben ihrem Basilisk eine Gestalt, die aus Hahn, Kröte und Schlange zusammengesetzt, sich,wenn auch mit Veränderungen, in chines. Zeichnungen angedeutet findet.
Basilius, der Große genannt, geb. 329 zu Cäsarea in Kappadocien, studirte unterLen heidnischen Philosophen zu Athen und trat zuerst als Sachwalter in seiner Vaterstadlauf. Später stiftete er eine Mönchsgesellschaft und ward 362 zum Presbyter geweiht. Schon364 seines AmtS entsetzt, im folgenden Jahre aber wieder zurückberufen, wurde er 370 Bi-schof; als solcher starb er 379. Trotz seiner schwankenden Äußerungen über die Homousirdes heil. Geistes genoß er unter den griech. Kirchenvätern das größte kirchliche Ansehen,namentlich in Anerkenntniß seiner Verdienste um die Regelung der Kirchcnzucht, des Got-tesdienstes und der Verhältnisse der Geistlichkeit, in Betracht der Menge gehaltreicher Pre-digten, in Hinsicht der Kraft, mit welcher er bei aller Friedfertigkeit gegen die Arianerkämpfte, und vor Allem wegen seiner erfolgreichen Bemühungen zur Beförderung desMönchslebcns, für das er die noch jetzt geltenden Gelübde und Regeln entwarf, denen ge-mäß er selbst lebte. Die griech. Kirche verehrt ihn als einen ihrer vorzüglichsten Schutzhei-ligen und feiert sein Fest den 1. Jan.; die Mönche und Nonnen sowol dieser als auch derübrigen orient. nicht unirken Kirchen folgen fast durchaus seiner Regel; auch in Italien gabes sonst, und in Sicilien und Amerika gibt es noch jetzt Klöster dieser Gattung, welche denOrden der Basilianer bilden. Die von B. verordnten Gelübde des Gehorsams, derKeuschheit und der Armuth sind die Regeln aller Ordensgeistlichen der Christenheit, ob-gleich er eigentlich nur Stammvater der morgen!. Ordcnögcistlichcn ist. Unter seinen Schrif-ten, die am besten von Garnier (3 Bde., Par. 1721—30, Fol.) und von den Bencdictinern(3 Bde., Par. 1639) hcrausgcgeben wurden, besonders unter den moralischen und ascrti-schen, find viele, deren Echtheit bezweifelt wird. Vgl. Klose, „B. der Große, nach stimm