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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
73
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Barre BarroS ist

kn eigenen Angelegenheiten vor Anker geht u. s. w. Zn den Vereinigten Staaten von Nord»amerika wird zufolge eines Congreßactes von 1804 Barraterie mit dem Tode bestraft, undauch die engl. Gesetze bestrafen sie sehr hart.

Barre nennt man die aus Steinen, Sand, Lehm u. s. w. bestehende schmale Ban r ff. d.),welche quer vor der Ausmündung eines Flusses liegt. Solche Barren entstehen durch dasAbsetzen des vom Flusse mitgeführten erdigen Niederschlags und werden oft durch eine sichgcgenstemmende höhere Flut befördert. Gleichviel, ob die Barre schon ganz trocken liegtoder noch bei hohen Flutständen vom Wasser überspült wird, der Fluß ist immer genöthigt,sich Auswege durch sie zu bahnen, die er denn öfters in vielfach gewundenen und von Morä-sten begleiteten Armen, oft aber auch in veränderlichen Kanälen findet. Die Barren hindernmeist das Einlaufen größerer Schiffe, die sie zum Lichten nöthigen, wenn sie Untiefen bilden,dagegen sind sic aber auch für kleinere Fahrzeuge oft eine Schutzwehr und Zuflucht gegenplötzlich einbrechendes Unwetter auf offener See.

Barre und Barrister, s. Bar.

Barren nennt man ungcprägtes Gold und Silber in länglichen Stücken von mehroder weniger feinem Gehalt und beliebigem Gewicht. Oft wird der Gehalt auch durch denStempel eines Wardeins beurkundet.

Barrieretractat heißt der am l5. Nov. 1715 zwischen Holland und Ostreich, dasim ntrechter Frieden 1713 die span. Niederlande erhielt, abgeschlossene Vertrag, zufolge dessendie Holländer das Recht erhielten, in verschiedenen Festungen des Landes, nämlich Namur,Tournay, Menin, Furncs, Warneton, Ipern und Fort Knoke allein und in Dendermondegemeinschaftlich mit Ostreich Besatzungen zu halten, und Ostreich sich verpflichtete, zur Unter-haltung dieser Mannschaften jährlich 500000 Thlr. an Holland zu zahlen. Der Vertrag solltezur Sicherstellung Hollands gegen Frankreich dienen, wurde aber seit der Mitte des 18.Jahrh. nicht mehr auftechtcrhalten und 1781 von Kaiser Joseph II., aller Gegenvorstellungender Generalstaaten ungeachtet, eigenmächtig aufgehoben.

Barrikaden nennt man Verrammelungen, die in Eile an einer engen Stelle, z. B.in einer Straße, einem Hohlwege, auf einer Brücke bewerkstelligt werden, entweder um diesePunkte selbst zu vertheidigen, oder den Feind bei dem Aufenthalte während des Wegräu-mens derselben wirksam beschießen zu können. Man nimmt dazu Wagen, Tonnen, Kasten,Baumstämme, kurz Alles, was zur Hand ist, und wenn der Feind, besonders die Ca-valerie, nur für einen Moment an zu rascher Verfolgung gehindert werden soll, selbst Mu-nitions- und Bagagcwagen, welche man umwirft. Schon im 14. Jahrh. waren in Pa-ris die Gassen den Ecken mit Ketten versehen, um sie nötigenfalls sperren zu können,wie dies beim Volksaufstande im I. 1582 geschah. Doch die eigentlichen Barrikadenwurden erst am 12. Mai 1588 durch die katholische Ligue, an deren Spitze der Herzog vonGui'e stand, errichtet. Vgl. Vitet,I-es tmrricackes, scenes llistoeicpies" (2. Ausl., Par.1820). In neuern Zeiten wurden zu Saragossa 1808, zu Dresden und Kassel >813, zuSens 1814 und zu St.-Denis 1815 Barrikaden angelegt. Am erfolgreichsten wurden sie zuParis in der Nacht vom 27. zum 28. Juli und zu Brüssel am 25. Sept. 1850 zur Verthei-digung gegen die Truppen angewendet. In jener Nacht waren zu Paris über 4000 Barri-kaden errichtet, und dieHerstellung des aufgerissenen Pflasters kostete gegen 250000 Francs.Vgl. Alix,Ilataille Oe kuri», etc. en äuillet 1830" (Par. 1830).

Barros (Joaö de), der berühmteste portug. Geschichtschreiber, geb. zu Viseu I486aus einer alten adeligen Familie, zeichnete sich als Page bei dem König Emanuel durch Ver-stand und Geschicklichkeit so aus, daß dieser ihn in einem Alter von 17 Iahten zum Gesell-schafter des Kronprinzen machte. B. studirte indessen rüstig fort und namentlich die röm.Klassiker. Mitten unter den Zerstreuungen des Hofes schrieb er, 24 Jahre alt, den histori-schen RomanOnnic» <Io empsrulior Olarismiincio" (Coimbra 1520, Fol.; zuletzt 3 Bde.,Liss. 1701), der sich durch die Schönheit der Sprache auszeichnet. Hierauf erhielt er vomKönige den Auftrag, die Geschichte der Portugiesen in Indien zu schreiben, dem er sich auchunterzog. König Johann II >. ernannte ihn zum Gouverneur der portug. Niederlassungenin Guinea und in der Folge zum Schatzmeister von Indien, in welcher Stellung er sich durchgroße Redlichkeit auszeichncte, und zum Generalagenten dieser Länder. JmJ. 1539 ward er