Banken 39
Mill. Kupferthaler Noten in Umlauf, daher nicht allein die edlen Metalle, sondern auch dieKupfermünze und die messingenen Werthzcichen, Slantcn genannt, auswanderten, und dieNoten ftlbst auf ein Drittel ihres Nominalwerths herabsanken. Gustav III. versuchte woleinige Ordnung in seine Finanzen zu bringen und die Kupferthalernotcn nach und nach ein-zuwcchseln, allein seine Kriege mit Rußland verhinderten die Ausführung dieses Vorhabensund machten sogar eine neue Ausgabe von Papiergeld (Reichsschuldzettel) nöthig, dahervon da an das Silbergeld auS Schweden ganz verschwand. Im I. I82S beschäftigte mansich wieder mit diesem Gegenstände, sehte den Bancothaler auf ^/s Thlr. m Silber herabund bestimmte den Anfang der Einlösung gegen Silbcrgeld, wenn die Bank h» des Betragsder Noten in Silber werde liegen haben. Dies war 1835 der Fall, worauf nun die Einlösungder Noten, 32 Mill. Rcichsbankthalcr betragend, begann. Diese hatten auch in Finnlandbedeutenden Umlauf, wo sic jedoch 1832 außer Kurs gesetzt wurden. Dieses Zurückströmensetzte die Bank in große Verlegenheit, weil sie dadurch gezwungen wurde, bis zum I.Oct. nichtweniger als 1,862371 Speciesthalcr Noten cinzulösen, von welchen nun noch 21,831232Thlr. in Umlauf waren. — Schweden hat außerdem noch Banken in Gothcnburg, Malmö,die Großkupferbcrger Lehnsbank in Dalckarlien, deren Notenumlauf 1832 gegen 1,30000»Thlr. betrug, in Örebro, mit einem Umlauf von ungefähr 1,300000 Thlr. und die Smä-länder, mit einem Umlaufe von etwa einer Mill. Thlr. Der Notenumlauf sämmtlicherAktienbanken, mit Ausnahme der Neichsbank, betrug 1832 zwischen 5 und 6 Mill. Thlr.
Schweiz. Die in Zürich befindliche Bank ist auf Acticn mit einem Kapitale voneiner Mill. Fl. gegründet und befaßt sich mit Notenausgeben, Darlehen, Discontiren,Aufbewahren von Gegenständen, Annchmen von Depositen und den Girogeschäften. DieNoten lauten auf 10 und 100 brabantcr Thalcr. Für jede 3 Thlr. Noten in Umlauf mußI Thlr. Metallgeld in der Bank vorhanden sein.
Spanien. Hier bestand schon im 16. Jahrh. eine Bank, doch erst 1782 ward inMadrid die Bank San-Carlos mit einem Kapitale von 300 Mill. Realen in 150000 Actienzu 2000 Realen gegründet, mit dem Zwecke, zu discontiren und die Geldgeschäfte der Regie-rung zu besorgen. Im I. 1781 begann dieselbe, Noten auszugebcn, und mußte der Regie-rung nach und nach 320 Mill. Realen borgen. Im Z. 1829 wurde diese Foderung auf 30Mill. Realen herabgesetzt, aus welcher Summe der Fonds der neuen Nationalbank San-Fernando besteht. Sie beschäftigt sich mit Discontiren, Darlehen, Annahme von Depo-siten und den Geldangelegenheiten der Negierung, welche meist in Vorschüssen bestehen.Der Curs der Actien von 2000 Realen steht gegen 20 Procent. Der Umlauf ihrer gutenCredit genießenden Noten beträgt 12 Mill. Thlr.
Vereinigte Staaten von Nordamerika. Von Großbritannien verbreitetesich das Bankwesen auch in den engl. Kolonien, besonders in den nordamerikanischen; dochhat hier das Institut der engl. Privatbanken keinen Eingang gefunden. Franklin gabden Banken daselbst das Zeugniß, daß sic von ihrem Entstehen an dem dortigen Ackerbau,Handel und Wandel außerordentlichen Nutzen gewährt hätten. Ihre Anzahl und Kräftewaren indessen der damaligen Bevölkerung angemessen und daher nicht bedeutend, auch ver-breitete sich die Wirksamkeit einer jeden nur über ihren nächsten Umkreis. Erst im1.1791fühlte man das Bedürfniß einer über die ganze Union sich ausbrcitenden Bank neben denLocalbauken und gründete eine Bank der Vereinigten Staaten mit einem Kapitale von 10Mill. Dollars, wobei sich die Fedcralrcgicrung mit einem Fünftel betheiligte. Die Bankbeschäftigte sich mit Discontiren, Vorschüssen gegen Unterpfand, Ausgabe von Noten undAnnahme von Depositen. Ihre jährlichen Dividenden betrugen bis zum J. 1810 7'/»—10 Proccnt. Im I. 1811 belief sich die Zahl aller Localbauken in den Vereinigten Staatenauf 88, von welchen in den Staaten Maine, Neuhampshirc, Massachusetts, Rhode-Jsland,Connecticut und Neuyork nicht weniger als 55 sich befänden, obgleich diese nur ein Drittelder Bevölkerung der Union in sich faßten. Sic haben bis auf die Gegenwart dieselben Ge-schäfte wie die Nationalbank betrieben. Im I. 1811 wollte letztere ihre Statuten erneuern,was ihr jedoch abgeschlagen wurde. In Folge des Kriegs mit England imI. 1812 mußtenwegen verringerten Vertrauens, größerer Vorsicht der Kaufleuts und eigener Unvorsichtigkeitdie Banken die Baareinlösung ihrer Noten einstellcn, welche Maßregel die Billigung des