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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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Banken 37

Summen vorgeschossen und dafür fast alle Einkünfte, besonders aber die Zölle der Republikpfandweise in Besitz. Nach der Plünderung durch ein östr. Heer mußte sie 1716 ihre Zah-lungen einstellen, erholte sich indessen bald wieder. Im I. 180» nahm Masse'na, um seinenTruppen den Sold auszuzahlen, die Fonds der Bank in Beschlag, welche nur sehr unvoll-ständig wieder erstattet worden sind. Die Bankaktien von ursprünglich 200 Lire stehen jetztkaum 20. In Nom bestand früher eine Staatsbank, welche zugleich mit einem Lcihhauseverbunden war. Im I. 1831 trat an ihre Stelle eine Discontobank unter dem NamenLniicn romunu mitcinem Fonds von 2 Mill. Scudi in Actien zu 500 und 250 Scudi.Die von ihr zu 25,50 und 100 Scudi ausgegebencn Noten werden auch von den öffentlichenKaffen angenommen. Die Bank steht unter der Aufsicht der Negierung, welche deren Prä-sident ernennt, und ist nach der Bank von Frankreich geformt. Zu der Bank von Be-liebig soll schon >171 durch eine Bereinigung der Kauflcute bei einer der Republik ge-machten Anleihe der Grund gelegt worden sein; auch blieb sie stets die bedeutendste Gläubi-gerin des Staats. Sie war eine Depositen - und Girobank. Ihr Credit sank, als >707Venedig von den Franzosen besetzt und dann an Ostreich abgetreten wurde. Nach der Ver-einigung Venedigs mit dem Königreiche Italien wurde sie 1808 aufgehoben.

Niederlande. Hollands erste Bank war die von Amsterdam und 1609 gestiftet,um dem Metallgelde einen festen Curs zu geben. Eine reine Depositen- und Girobank,wurde sie von der Stadt Amsterdam verwaltet. Als 1672 die franz. Heere bis Utrechtkamen und aus Furcht Jedermann die Bank bestürmte, um Metallgeld für ihre Noten zuerhalten, zahlte dieselbe ohne alle Stockung, wodurch sie ihren Credit sehr befestigte. ImI. 1790 sing sie an, die Einlösung gegen Metallgeld zu beschränken, und 179-1 mußte dieDirektion eingestehen, daß seit 50 Jahren von ihr Vorschüsse an die Ostindischc Compagnie,an die Stadt Amsterdam und an die Staaten von Holland und Westfciesland bis zu einemBetrage von 10^ Mill. Fl. gemacht worden wären. Sogleich sielen die Bankschcine,welche 5 Procent Agio gegeben hatten, bis 16 Procent unter dem Nominalwerthc. Diemeisten Einlagen wurden zurückgcnommen, und die Bank setzte ihre Geschäfte in sehr be-schränktem Maße bis lK11 fort, in welchem Jahre die Bank der Niederlande an ihre Stelletrat, welche ganz nach dem Muster der Bank von England eingerichtet und aus 25 Jahreprivilegirt wurde. Ihr Capitgl bildeten 5000 Actien zu 1000 Fl.; bald aber erhöhte mandasselbe auf 10 Mill. und 1810 auf >5 Mill. Fl. Ihre Noten lauten auf den Inhaberund auf 1000, 500, 300, 200, 100, 8«', 60, 10 und 25 Fl. Außer Discontogeschäften,Handel mit Gold- und Silberbarren und ausländischen Gelbsorten und Darlehen ansedle Metalle in Barren und Münze, beschäftigt sie sich auch mit dem Ausmünzen fürRechnung der Regierung. Ein Präsident, ein Secrctair und fünf Direktoren besorgen dieVerwaltung. Außerdem gibt es in Amsterdam auch eine sogenannte Associations-kasse mir einem Capital von einer Million, welche sich mit Empfangen, Bewahren und Aus-zahlen von Geldern befaßt, aus Wechsel und andere Papiere vorschießt und Einkafsirungenin den Provinzen besorgt. Sie wird von zwei Direktoren und fünf Commiffarien verwaltet.

Norwegen. Hier ward nach dem Kriege von 1815 in Dronthcim eine Zettelbankerrichtet, um die für Norwegen außer allem Verhältniß große Menge umlaufenden Papier-geldes nach und nach zu vermindern und die Geldvcrhältnissc mit dem Auslände zu ordnen.Sie wurde mit einem Capital von 2 Mill. Thlr. gegründet, den Species Silber zu 25Species Zettel gerechnet; doch hat sie ihren Zweck nur sehr unvollkommen erfüllt. Einneues Bankgesetz von 1812 bestimmte, daß die Auswechselung von Silber gegen Zettel nichtblos am Hauptsitze der Bank, sondern auch bei den beiden Abtheilungen derselben in Chri-stiania und Bergen stattfinden könne; auch wurde durch dasselbe die Bankverwaltung er-mächtigt, im Auslande bis 500000 Species vom Fonds der Bank stehen zu haben, umdarauf ziehen zu können, wenn sie es für dienlich finde.

Polen. Die Staatsbank zu Warschau wurde 1828 errichtet, und ihre 10 Mill. Fl.(sechs auf den Thaler) baar, 10 Mill. in Domainenpfandbriefen, und I o Mill. in andernWerthen als Grnndcapital überwiesen. Ihr Zweck ist, als Girobank zu dienen und dieTilgung der Staatsschulden zu besorgen, Anleihen für die Gencraldircction des landschaft-lichen Creditwescns, Geschäfte in Staatspapicren und Wechsel, Darlehen gegen Pfand und