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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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Banken 35

zutheilen. Auch Ausschüsse und ihre Controle und die Aufsicht der Regierung fehlen ihnen,daher für die Sicherheit des Publicums nur durch die solidarische, Verbindlichkeit der Actio-naire gesorgt ist, weil man das schott. System nichtin seiner ganzen Ausdehnung angenommenhat. Sie geben indessen dem engl. Bankwesen viel mehr Solidität als die Privatbankenfrüher allein, welche letztere durch diese neuen Nebenbuhler angefeuert werden, sich einerbessern Geschäftsführung als früher zu befleißigen. Ihre gegenwärtige Anzahl und ihr Ca-pital sind unbekannt. An Privatbanken zählt man gegen 70 V über ganz Englandverbreitet. Ihre Geschäftsführung ist bereits geschildert worden. Mehre hundert derselbenfielen in Folge der Krisis von 1825 . Während zu Anfang des I. 1843 im Durchschnitt vonvier Wochen der Notenumlauf der Bank von England 20,104000 Pf. St. betrug, wurdenvon den Privatbanken 5,434822 und von den Aktienbanken 3,196064 Pf. St. Noten inUmlauf gesetzt.

Die Grundsätze der Banken in Schottland sind denen der frühem engl., irischenund nordamerik. ganz entgegensetzt. Die schott. Banken sind auf Actien gegründet, und esist die Zahl ihrer Theilnehmer unbeschränkt, während die englischen nicht mehr als sechs habendurften, von deren eingeschossenem Capitale das Publicum nie die Höhe erfuhr, wogegen dieschottischen große, wirklich cingezahlte Fonds besitzen. Sic legen ferner jährlich die genauesteRechnung ab. Sowie in ihren Grundsätzen zeichnen sie sich auch in ihren Geschäften sehrvorteilhaft aus, indem sie sich nicht blos dem Großhandel, sondern auch dem Kleinhandelund allen übrigen Gewerben widmen. Als Depositenbanken nehmen sie nicht blos großeSummen an, sondern selbst bis zu 10 Pf. St. und vergüten Zinsen. Das Depositengeschäftder schott. Banken ist also eine Ausdehnung des Sparkassensystems. Hat ein Arbeiter, einDienstbotc u. s. w. seine kleinen Ersparnisse in die Sparkasse getragen, und mit Hinzufügungder von dieser darauf erhaltenen Zinsen es bis zu obiger Summe gebracht, so legt er sie ineine Bank nieder und fasirt so fort, bis sie so gewachsen ist, daß er damit ein Geschäft an-fängen oder ein kleines Grundstück kaufen kann und selbständig wird. Es ist eine Thatsache,daß viele wohlhabende Landleute und Gewerbtrcibende auf diese Art vom armen Lohnarbeitersich emporgeschwungen haben. Daher kommt es denn auch, daß den schott. Banken zu diesemZwecke 130 150 Mill. Thlr. stets anvertraut sind, und dies in einem Lande, das nur2s/s Mill. E. hat und zu einem großen Theile nur aus unfruchtbarem Gebirgsboden be-steht. Durch diese Art Geschäfte wird der wahre und nützlichste Zweck der Banken erreicht,wie dies der Zustand Schottlands beweist. Die schott. Banken betreiben ebenfalls das Dis-contiren sehr lebhaft und haben ihm eine große Ausdehnung gegeben. Sie gewähren gegendie Bürgschaft zweier ihnen als vollkommen sicher geltenden Personen an fleißige Leute ansallen Elasten der bürgerlichen Gesellschaft einen baaren Credit, welcher nach Belieben ganzoder theilweise benutzt werden kann. Der Empfänger eines solchen Kredits bezahlt der Bankdie Summe, welche er augenblicklich keine Gelegenheit hat zu benutzen, und verlangt Geld,wenn er es braucht. Zinsen werden belastet oder gutgeschrieben, wie cs sich trifft. Auf dieseArt hat er nie mehr von der Bank, als seine Geschäfte unumgänglich erfodern. Die Rech-nung wird nie aufgekündigt, außer wenn die übrigen Bürgen nicht mehr sicher genug oderzu wenig Geschäfte gemacht worden sind, und sie daher der Bank beim Umlaufe ihrer Notenkeinen Nutzen gebracht hat. Diese Kredite steigen von 501000 Pf. St. und manchmalnoch höher. Die wohlthätjgen Wirkungen dieses Systems sind unberechenbar, sowol inRücksicht der Personen als des öffentlichen Wohls. Übrigens gestehen die Banken diesebaaren Credite nur unter der Bedingung zu, sie bei productiven Geschäften anzuwendenDer Borgende wird von der Bank und seinen Bürgen beobachtet, und es hat dies in Schott-land den größten moralischen Einfluß. Wohlunterrichtete versichern, daß den Banken undden Bürgen bei solchen Rechnungen, trotzdem daß sie Hunderte von Millionen betragen,seit einem Jahrhundert kaum einige hundert Pf. St. verloren gegangen seien. Um übri-gens Wohlhabende durch Verluste nicht abzuschrecken, ferner Bürgschaft zu leisten, be-kümmern die schott. Banken sich nicht blos um die Sicherheit der Bürgen, sondern auch umdie Moralität des Verbürgten und die Art und Weise seiner Geschäftsführung. Es gilt inSchottland für einen Ehrenpunkteine baare Rechnung" zu haben, weil solches dort mit