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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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Balkan Balkh 3

seiner inner» Wand, wodurch Schwammbild'ungen, Hautkrebs u. s. w. zum Vorscheinkommen. Die Symptome, welche die Balggeschwülste Hervorrufen, sind verschieden; dieeinfachen zeigen außer der Entstellung, wenn sie in der Haut sitzen, nur die Folgen desDrucks, die complicirten mit Dyskrasien verbundenen dagegen außerdem die Symptome derörtlich sich manifestirenden Dyskrasie. Die Veranlassung gibt fast immer Druck, wenigstensbei den einfachen Balggeschwülsten, während bei den mit Dyskrasien verbundenen das ab-norm gemischte Secret die Ursache seiner Ansammlung und der Unwegsamkeit des Drüsen-balges wird. Nur da, wo die Balggeschwulst sich erst zu bilden beginnt, kann man bei dermit Ausführungsgängen versehenen Hautdrüse die Wegsamkeit des Ausführungsgangesdurch Einreibungen und Umschläge wieder herbeiführen, später muß man mittels Einstichsden Balg öffnen und seinen Inhalt entleeren, wenn sie aber schon sehr alt sind, dieselben mitdem ganzen Balge ausschälcn, weil, so lange noch etwas von demselben zurückbleibt, an eineradicale Heilung nicht zu denken ist. Vgl. die Monographien von Loder (Lpz. 1793), Jäger(Berl. 1830) und Hager (2 Bde., Wien 18-12).

Balkan oder Hämus heißt der östlichste Flügel des Gebirgssystems, welches imNorden der osmanischen Halbinsel von den dalmat. Karstflächen bis zum Schwarzen Meereden südlichen Grenzwall des Donaugebiets bildet, und unter diesem Namen von demQuellgebiete der Maritza an bis zum Cap-Emineh die Landschaften Bulgarien und Ru-melien voneinander scheidet. Östlich der Porta Trajana, d. i. der Straßeneinsenkung zwi-schen Sofia und Philippopcl, erhebt sich der B. als ein dichtbewaldetes Granitgebirge zurGesammthöhe von 2 3000 F. Der wilde, unwegsame Charakter des westlichen Theilswird nur durch wenige Passagen, wie die von Kasanlik und Stareka unterbrochen; der öst-liche Theil ist jedoch vielfacher gegliedert und von besonderer Wichtigkeit. Die angebau-ten Thäler der Küstenflüsse des Schwarzen Meer s,.als Paravadi, Kamesik, Aidos undNadir, furchen mit tiefen Einschnitten ln '8iesen"plotzl>ch von 'vier und fünf Meilen zu 1215 Meilen verbreiteten Ostflügel des Gebirgs so ein, daß der Hauptgebirgskamm unterdem Namen Bujuk-Balkan, Veliki-Balkan, d.i. großer Balkan, oder Emineh-Dagh, durchdie südliche Anlagerung der Berggruppen von Derbent und eine nördliche in den Verkettendes kleinen Balkan, d. h. des Kudjuk oder Malo-Balkan zum Stamm eines aus Parallelkettenund wilden Berghaufen bestehenden Gebirgslandes wird, was in seiner Lage zwischen Adria-nopel und Konstantinopel einerseits, wie der Walachei und dem Donaudelta andererseits,eine hohe Bedeutung hat. Auf den nördlichen Höhen liegen die Festungen Schumla undParavadi, am südlichen Fuße die Städte Karnabat undMd os , im Norden

Varna, im Süden Burgas, insgesammt Orte, wekch^anden Pforten der Hauptpassagenliegen und welche im 1. 1829 die Wichtigkeit ihrer strategischen Lage bekundeten. Im Juli1829 überschritt der Feldmarschall Diebitsch mit der ruff. Armee dieses von den Türken nurnoch schwach, von den natürlichen Hindernissen aber hartnäckig vertheidigte Terrain in sokurzer Zeit, daß er bereits am 26. Juli Karnabat erreicht hatte und gegen Adrianopel Vor-dringen konnte, nachdem er noch durch siegreiche Gefechte am 17., 18. und 19. Juli aufbulgarischem Boden die türk. Armee des Großveziers eingeschüchtert und die nördlichen Festun-gen verschlagen hatte. Dieser glücklichen und höchst folgenreichen Operation verdankte Feld-marschall Diebitsch den Beinamen Sabalkanski, d. h. Balkanbezwinger.

Balkh, die frühere nördlichste Provinz Afghanistans, bildet gegenwärtig auf der nörd-lichen Vorstufe von Ost-Khorasan das südöstlichste turkestanische Khanat von Bokhara, ob-schon seine politische Stellung zwischen der gewissen Selbständigkeit und Unabhängigkeit vondiesen und der immerwährenden Gefährdung neuer Einfälle vom östlichen Kunduz aus einenbestimmten Charakter entbehrt. Im Bereich des alten Vaktricn (s.d.) liegt das Land aufden Vorstufen, welche im südlichen Gebiete des obern Amu, die hohen Ketten des Hindu-Kuhmit den Tiefsteppen Bokharas vermitteln, eine Lage, welche für den Verkehr zwischen Indienund Osteuropa von hoher Bedeutung ist und in erhöhetem Grade es sein mußte, als die ind.und chines. Waaren noch nicht den Seeweg um Afrika verfolgten. Der Charakter der Wüsteherrscht vor, nur künstliche Bewässerungssysteme erschaffen fruchtbaren Boden; wo im Som-mer Traube und Aprikose reifen und der Maulbeerbaum die Seidcncultur unterstützt, da