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Alaaf mein Köln! : eine Karnevalsglosse
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Joseph Lauff:

Wein",Der Ring der Nibelungen",DerEinzug der Prinzeß Jsabella",Jan undGriet",Die Huldigung der Künste",Kölnals Seehafen" und anderes dieses alleszog in den verschiedenen Jahren in glänzen-den Bildern vorüber, ein Farbenrausch, einLeben und Treiben, das man gesehen habenmuß, um es verstehen und begreifen zukönnen.

Halliro der Prinz! Phantastischkommt er auf dem letzten Wagen durch diebrausende Menge gezogen. Die Blumen-salven verdoppeln sich, das Confettigestiebenimmt an Lustigkeit zu wehende Tücherund Jubelrufe . . .! und da naht er aufsammet- und hermelinbe-dccktem Thron, in schillerndeSeide gekleidet, mit klingen-der Schellenkappe und gol-denem Scepter. Zu Füßenruht ihm Vater Rhein,wcinlaubumkränzt, den Drei-zack in der Rechten haltend.

Ein palmcntragcnder Geniusbeschirmt den Prinzenund, während von den kun-digen Händen seiner Ge-treuen geworfen, die Ne-gierungsmanifcstc Seinerprinzlich - närrischen Hoheitin bunten Zetteln auf dieKöpfe nicdcrflattern, läßt erin höchsteigener Person Bon-bons und Zuckcrwerk inFenster und Türen und indie jubelnde Menge rasselnund prasseln.

Vorüber! Die Musikverklingt, und die Mengeverläuft sich.-

Rauschende Vergnügungen, tolle Maske-raden, Tänze und Schmausereien allerorten

fast kein Haus ist zu finden, indem nicht die Bewohner mehr oder wenigersich von den Wogen der allgemeinen Freudeforttragen lassen.

Kränzchen und Tänzchen . . .! Fastauf allen Häusern läßt Prinz Karneval seinlustiges Fähnlein flattern. Es flattert überden kleineren Gesellschaften, wieKarne-valistischer Reichstag",Ungeruns",När-rische^ Meistersinger",Klimm - Bamm",

Kuvents-Möhn",Grcesberger" und andere

und es ist dort in privaten Zirkeln zu

Prinz Karneval, FranzDepenheuer, im Jahre 1902 .

finden, wo Geist und Humor Herrschen, undHerr Antun Meis" seine Geschichte vonden heiligen drei Königen erzählt und seinewunderbarenCurraktere" entfaltet. Überallkapriolt das prinzliche Fähnlein aberam schönsten läßt der Prinz es Wehn,wenn der altehrwürdige Gürzenich in einemblendenden Lichtmecr aufflammt, wenn bunt-gestickte Wappendecken von den Wändenniederhängen, und sich tausend und aber-tausend glückliche Paare unter dem präch-tigen Getäfel wegen und wiegen.

Schon vor der eigentlichen Faschingszeit,am Lichtmeß- und Dreikönigentag, ist hierein buntes Leben und Treiben gewesen.

Jetzt aber erklimmt die Lust-barkeit den obersten Gipfel.

Das ist ein stolzes Haus,der Gürzenich, das hoheTanzhaus in Köllen! sodurchUnserer Herren Stein-metz" Johann van Bürenerbaut und 144L vollendetwurde. W

Alte Geschlechter, Gaf-feln und Gilden, Kaiserund Könige tanzten allda,und eine alte Chronik mel-det hiervon in launigerWeise:Item des sondachsvor Druizien dach (St.Gertrud) lies der raitvon Coellen dem keiser(Friedrich III.) ind simesone zo eren einen dantzmachen up Gürzenich als

ouch der keiser begert, umbdie schoenen vrauwen zoCoellen zo besten ind des

keisers son Maximilianus hadde den erstendantz mit einer jonfern van sent Tervil-hilligen (Stiftsdame von St. Mstlla ssaneta-rnm virginumj) ind was eine vam Binstingeuind hadde vor eme dantzcn na fürstelicherwise zwen edelinge van sinem Hove inddarnan voegtc der buschof van Mentz indder buschof van Treire, dat sich die vrau-wen ind jonfern mit henden namen, mit

parcn, weil zo 36 paren zo, ind tantzedenalso sunder man vur dem keiser up ind

ncder, ind man gas dan kruit ind Win, neuveind virne (Gewürz und Wein, neuen und

alten).

Trompeten

und Pfeifen

Es