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Schloss Burg an der Wupper : die Burgen des Mittelalters und das Leben auf denselben
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bessern Adels vergleichen, vor allen Dingen nicht mit dem Rittertum des 12. und ^.Jahr-hunderts. Die echte Ritterlichkeit des frühen Mittelalters, welche als veredelter weltlicherSinn zu betrachten ist, suchte nicht den rohen Kampf, nicht Morden und Schlachtengalt als ritterlich, sondern feste Regeln machten den Kampf zu einem würdigen Spiele,und die Sitte der Zeit verlangte nicht bloss Mut und Kraft, sondern auch Grossmut,Frömmigkeit und Edelsinn als innere Eigenschaften, Feinheit des Benehmens. Artigkeitgegen die Damen, geweckten Sinn für die schönen Künste; mit einem Worte feine Bil-dung als äusserliche Eigenschaft des Ritters.

In der Blütezeit des Rittertums haben namentlich die Frauen sich an den höchstengeistigen Bestrebungen beteiligt. Im 10. Jahrhundert war Mathildis, Gemahlin Heinrichdes Städtegründers, Mutter Otto des Grossen, eine der edelsten Frauen, und der Ge-

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mahlin des letztem, Adelheid, Tochter des Grafen Rudolf von Burgund, rühmt ihr Zeit-genosse, der Abt Odillo von Cluny: würdevolle Freundlichkeit im Gebaren, nie ermattendeMilde und Barmherzigkeit, Demut im Glück, Geduld im Unglück, persönliche Einfach-heit und Bedürfnislosigkeit nach. Ihr Leben lang sei die hohe Frau begleitet gewesenvon der Mutter aller Tugenden: von der Mässigung.

Die Frauen auf den Burgen verstanden häufig lateinisch und französisch, sie konntenlesen und schreiben, singen, Zither und Harfe spielen, Lieder dichten, Sagen und Mär-chen erzählen. In einem Gedicht des i 3 . Jahrhunderts unterweiset eine Mutter ihreTochter:Trautes Kind, hochgesinnt sollst du sein und züchtig sollst du leben, dannwird dein Ruf ein feiner sein und dein Mädchenkranz dir schön stehen. Wem Ehregebührt, dem sollst du ehrbaren und sanften Gruss bieten und sollst deine Augen nichtwilde und unehrbare Blicke schiessen lassen. Schamhaftigkeit und Mass sind die zweiTugenden, mittelst welchen wir Frauen hohen Preis erlangen.