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Schloss Burg an der Wupper : die Burgen des Mittelalters und das Leben auf denselben
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und sumpfig war, um das Durchschreiten zu erschweren. Man suchte es ferner unmög-lich zu machen, an die Mauer heran zu gelangen, um mittelst Leitern dieselben zu er-steigen oder dieselben zu unterminieren oder zu durchbrechen. Aus der ältesten Zeit,vor i ioo, sind vollständige Burgen nicht mehr erhalten, sondern nur einzelne Reste.Mit den Mitteln jener Zeit war es kaum möglich, ohne grosse Opfer eine solche Burgmit Gewalt zu nehmen. Die Wohngebäude standen in einem mit hohen Mauern um-gebenen Hof, welcher mit breitem Graben um-schlossen war, über den eine teilweise wegzuneh-mende Brücke führte. War diese Unterbrechungvollzogen, vielleicht die ganze Brücke entfernt, sowar es nicht anders möglich an die Mauer zu ge-langen, als durch die Ausfüllung eines Teiles desGrabens, welche unter den Wurfgeschossen der aufder Mauer stehenden Verteidiger geschehen musste-War trotz deren Thätigkeit eine solche Überdäm-mung hergestellt, so konnte nun der Widder gegendie Mauer geführt werden; es konnte der Versuchgemacht werden, sie mit Brechstangen zu zerstören,sie zu untergraben; oder es konnten Leitern ange-setzt werden, sie zu ersteigen; oder hölzerne Türme,welche höher als die Mauer waren, konnten dagegengeschoben werden, von denen man auf die Mauernherabsteigen und mit den Verteidigern handgemeinwerden konnte. Hatte die Mauer Türme, so bildetejeder derselben einen Abschnitt und ein besonderesVerteidigungswerk, das erst gestürmt und genommenwerden musste, bevor der Feind im Besitz der Mauerwar. Hatte er letzteres erreicht, so stand er voreiner zweiten Mauer, die ebenfalls genommen wer-den musste, bis er sich dem charakteristischen Bau-werke der alten Burgen, dem Schlossturm, mei-stens Bergfried genannt, gegenüber befand, inwelchen die Burgbewohner in der letzten Gefahrsich flüchteten. Die dicken Mauern dieses Turmeswaren nicht zu zerstören oder umzuwerfen, und dieHöhe gestattete keine Ersteigung von aussen. Warnun endlich der Feind bis ins Innere des Turmesgelangt, so hatte er eben nur ein Stockwerk inne.Jedes derselben, höchstens durch eine enge Treppein der Mauer oder durch ein Loch im Fussbodenund eine Leiter zugänglich, musste besonders er-obert werden, und so gehörte einer selbst kleinen, aber entschlossenen Besatzung gegen-über eine nicht geringe Ausdauer und Tapferkeit dazu, eine solche Burg wirklich zuerobern. Meist musste man sich begnügen, sie so lange einzuschliessen, bis die Besatzungdurch Hunger oder andere Zwangslagen zur Ergebung genötigt war. Ausserdem konntenauf der Plattform des Turmes Wurfapparate aufgestellt werden, welche den ungedecktenAngreifern und ihren provisorischen Werken den grössten Schaden zufügen konnten.Sobald die Burg in Verteidigungszustand gesetzt wurde, nahm man das zum Schutz desMauerwerks aufgesetzte Dach des Turmes ab und konnte darauf unverzüglich mit Auf-

Figur 18.

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Figur 19.

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