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oder Schlitze der besseren Wohnlichkeit halber vergrössert hat, wie solches im 16. Jahr,hundert vielfach geschah. Dass der Turm mit Schiefer gedeckt war, beweisen VorgefundeneSchieferstücke im Schutt. _
• Palasbau. — Das grosse Palasgebäude hat Erzbischof Engelbert, welcher 1225erschlagen wurde, aufführen lassen, und ist demnach ein Bau, welcher dem Stil derÜbergangszeit, vom romanischen zum gothischen, angehört. Die Bauzeit ist erwiesendurch die Bauformen, den Bericht des Mönches Cäsarius von Heisterbach und das an-gewandte Tuffsteinmaterial, welches an den Bauten dieser Periode meistens zur Verwen-dung kam, in späteren Zeiten aber fast gar nicht mehr gebraucht wurde.
Dieser, gegen 1220 aufgeführte Bau wurde gegen i 49 o um ein Stück von etwa4 m nach Süden erweitert, und in manchen Teilen verändert, und zwar unter der Leitungdes obersten Rentmeisters Hermann von Hammerstein, zur Regierungszeit des HerzogsWilhelm von Jülich-Berg (i 475 —1 51 1). Die Erweiterung diente unten zur Vergrösserungder Küche. Die frühere Abschlusswand wurde durch Pfeiler und Bogen ersetzt. Dergrössere dieser Bogen ist in der Mitte durchlöchert und trug einen Schornstein zumAuffangen des Rauches des darunter sich befindlichen Küchenkamines. Zugleich wurdeum die angegebene Zeit ein Teil des Palas unterkellert und ein neues Dach aufgesetztmit den Aufbauten an beiden Seiten, welche dem Gebäude den eigentümlichen Charaktergeben und so sehr zur malerischen Wirkung der Burg beitragen. Diese Aufbauten bieteneine Anzahl Zimmer zur Beherbergung von Gästen. Und in der That müssen dieseRäume in der Höhe, mit der Aussicht in die schöne gebirgige Gegend hoch über dersich durch das untere Thal schlängelnden Wupper, während der Sommerzeit ganz er-quicklich und erfreulich gewesen sein. Die im Jahre i 52 Ö auf Schloss Burg stattgefundeneHochzeit Sibyllas, Tochter des Herzogs Johann III., mit dem jungen Herzog Friedrichvon Sachsen setzt voraus, dass viele Räume zur Aufnahme der doch wahrscheinlichziemlich zahlreichen Gäste vorhanden waren.
Das Erdgeschoss des Palas, welches bereits Ende des i 5 . oder Anfang des 16. Jahr-hunderts, wahrscheinlich auch unter genanntem Oberrentmeister Hermann von Hammer-stein umgestaltet wurde, soll zu Festsälen hergestellt werden. In der Dekoration undder Möbelausstattung soll der spätgothische Stil des 1 5 . Jahrhunderts zur Anwendungkommen. Der obere Saal, welcher unverändert auf uns gekommen ist, wird im ursprüng-lichen Stil der Erbauung, um 1220, hergestellt.
Der im Bau begriffene Flügelbau (Fig. 4 s. Seite 7 ) wird im Erdgeschoss die Kücheund darüber eine Kapelle erhalten, als Ersatz für die früher auf dem Schloss vorhandengewesene Pankratiuskapelle. Wir wissen nicht, ob dieselbe an dieser Stelle belegenwar, dürfen aber wohl annehmen, dass Graf Engalbert beim Neubau des Palas auch eineneue entsprechende Kapelle, zugänglich vom Rittersaal hat ausführen lassen und wir er-bauen daher die neue Kapelle im Stile des Engelbertbaues, also im frühgothischen Stil(Übergangsstil). Die steinerne Treppe ist da wieder angelegt, wo dieselbe auch früherlag. Den ehemaligen Eingang in den Keller neben dieser Treppe, welcher verschüttetwar, haben wir nicht wiederhergestellt. Der Kellereingang an der Westseite stammt ausder Zeit der Kelleranlage um i 49 o.
Die Ansicht (Fig. 5 s. Seite 8) ist nach einer alten Zeichnung vom BaumeisterPloennies aus dem Jahre 1 7 1 5 hergestellt, welche sich im Düsseldorfer Archiv befindet.Ohne das Vorhandensein dieser Aufnahme von Ploennies wäre niemand auf die Aus-führung der originellen malerischen Dachaufbauten gekommen, ja, wir dürfen wohl sagen,dass ohne dieselbe der Gedanke, das Schloss wieder aufzubauen, gar nicht aufgekommenwäre; denn für blosse Phantasiegebilde hätte sich wohl keiner begeistert.