derjenigen, welche so gar noch zur dritten Klassegehören ganz unglaublich groß. Die Ursachenhievon sind wohl ohngefehr folgende:Erstlich gibt es in vielen Gegenden noch ei-ne gar große Anzahl ganz unwissender, vor Er-richtung dieser Lehranstalten examinirter und ap-probirter Wundärzte und Hebammen, denen als-denn, wiewohl höchst unrecht, die Erlaubniß ge-lassen wird, die Einwohner bei allen vorkommen-den Fällen nach ihrer Unwissenheit zu behandeln.Einige dieser Wundärzte und Hebammen wurdenaber erst in der Folge so unwissend, weil sieversäumten sich ferner in ihrer erlernten Kunstzu üben. (*) Andere waren würklich gleich vonA 2Anfang(*) Niemand muß glauben, daß ich nicht ein ähnlichesvon den Aerzten fodere. Ich glaube im Gegentheildaß die fernere Befleißigung bey diesen noch un-gleich nöthiger seye. Wie will sonst ein Arzt beyEntstehung neuer Epidemischer Krankheiten, wo dereigentliche so genannte Genius der Epidemie nochunbekannt ist, mit ruhigem Gewissen seine erstenKranken behandeln können, wenn er sich nicht alleMühe gegeben durch fleißiges Studiren und Rath.pflegen mit anderen Aerzten diese Krankheit undihre Heilmethode durch und durch zu kennen? Sehroft tödten im folgenden Jahr die Mittel, welcheim vorhergehendem in der nemlichen Krankheit dasLeben retteten. Die ersten Kranken sterben in demFall gemeiniglich, und viele Aerzte trösten sich als-bauit, quod experimenta in corpora viliora fecerint.Wie unverantwortlich ist aber dieses nicht? Siehätten alle diese Versuche vielleicht nicht zu machengebraucht, wenn sie fleißig die Schriften alter sowohl als neuerer Beobachter studiret hätten, undwie vielen hätten sie dadurch nicht können das re-ben retten? beym Arzt gilts überhaupt mehr wiebey jedem anderen Stande: Wer nicht vorwärtsrückt, der geht hinter sich
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Patriotische Vorschläge zur Verbesserung der Medicinal-Anstalten hauptsächlch der Wundarznei und Hebammenkunst auf dem platten Lande
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