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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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VI. Kap. Die Mitglieder des Kapitels. § 19. Besetzung der Kanonikatc. 495

wurde.') Sicherlich wurde dieses Eecht von württembergischerSeite ausgeübt, wenn auch bisher kein Fall derart sicher bekanntist. 2 ) Doch behauptete es sich nur etwa zwei Generationenhindurch") und scheint mit der Vertreibung des Herzogs Ulrich5 und der Einführung der Reformation dauernd für das HausWürttemberg verloren gegangen zu sein. 4 )

Erbe des württembergischen Patronatsrechts wurden allemnach Karl V., der nach Ulrichs Vertreibung als Herzog vonWürttemberg den Schutz und Schirm des Stifts übernommen hatte,10 und dessen Nachfolger im deutschen Königtum und Kaisertum;wenigstens erklärte das Stiftskapitel im Jahre 1556, dass dieRömische Kaiserliche und Königliche Majestätuff disem Stifft uff

') Bulle Pius' II. (S. 19, 2237); Processus Petri (S. 39, 2533); vgl. auchS. 342f. Die Präsentation hatte an das Stiftskapitel zu erfolgen, dem die Kol-lation zustand.

2 ) Ich kenne nur einen Fall, in dem württembergischer Einfluss bei Be-setzung eines Kanonikats bezeugt ist. Aui Vincencii [22. Januar] 1474 er-schienen nämlich Herr Hans [Hirn] Techant zu Feuchtwangen [über ihn vgl.Steichele, Bistum Augsburg III, 363] von wegen des Markgrafen und der Mark-gi'äfln von Brandenburg und der strenge und veste Benwart von Wellwart Ritter[württembergischer Hofmeister und Bat; vgl. OAAalen S. 16G] von wegen derGrafen Ulrich und Eberhard von Wirtemherg und Frau Elsbeth Markgriifiu vonBrandenburg und Gräfin zu Wirtemherg [Elisabeth, Tochter des MarkgrafenAlbrecht Achilles, seit 1467 mit Eberhard dem Jüngeren, dem Sohne Graf Ulrichsdes Vielgeliebten vermählt] und baten von wegen Jörgs von Asperg [Jörg vonAbsberg Bitter und Doctor, würtembergischer Kanzler und Landhofmeister, vonGraf Ulrich V. hochgeschätzt; vgl. Stalin, Wirt. Geschichte IH, 600; von Georgii-Georgenau, Wtirtt. Dienerbuch (1877) S. 6] Bruder, Herrn Karl von Asperg,ihn mit einergotzgab" im Stift zu versehen (Bez. I Fol. 53 a ). Der Er-folg wird nicht berichtet; Karl von Absberg ist als Chorherr von Ellwangennicht nachzuweisen. Doch sei ausdrücklich bemerkt, daß in unserem Fall keinePräsentation, sondern nur eine Bitte seitens des Scliirmvogts vorlag.

:i ) Letztmals erwähnt im J. 1502 (S. 79, 48), dagegen in dem um 1530geschriebenen PergauientbandStatuta Petri" bereits gestrichen (vgl. S. 19 Anm. 1);das Transsumpt der Bulle Pius' IL vom 16. Oktober 1522 kommt nicht inBetracht.

') Obwohl Herzog Ulrich im J. 1540 wieder als Schirmherr angenommenwurde. Am 14. April 1546 wurde dem durch Turnus aufgenommenen Kasparvon Kaltcntal gleichzeitig von Propst Heinrich auf die Fürbitte des HerzogsUlrich die Kustorei geliehen,dieweil dem gemeinen Stift mit wenig an meinen)gn. H. Hertzog Ulrich gelegen sei" (Bez. III Fol. 130tyl31»). Über das (unter1 Irrzog Ludwig und Propst Wolfgang erloschene) Verhältnis des Stifts zu Würt-temberg vgl. OAEUwangen S. 458 f.