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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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466 Zweiter Teil. B. Die Verfassung des weltlichen Chorherrnstifts.

denn vom Adel oder den Statuten gemäss." 1 ) So konnte derStatutenentwurf' des Pfalzgrafen Heinrich ganz den Tatsachen ge-mäss bemerken, dass die Bestimmung der alten Statuten über dieausschliessliche Aufnahme Adeliger bislanglöblicher Weise'' stetseingehalten worden sei.") Die 62 adeligen Chorherren verteilen r>sich auf 39 Familien, von denen drei (Falkenstein, Limpurgdoppelt vertreten, Pappenheim) zum hohen (freiherrlichen) Adel,die übrigen 36 (58 Chorherren) zum Ministerialadel zählen. 9 )

Auch in der Folgezeit ist das bürgerliche Element im Stil'ts-kapitel sein- schwach vertreten und auf die Doktorpfründen be- ioschränkt, 4 ) und zwar verdankten die vereinzelten bürgerlichenMitglieder ihre Pfründe vielleicht ausnahmslos päpstlicher Provision.Immerhin gelangten mehrere derselben in den Besitz von Digni-täten. 6 )

Die Standes Verhältnisse der adeligen Mitglieder erfuhren 15wie es scheint, hauptsächlich durch den Einlluss kaiserlicherPreces und päpstlicher Provisionen in der Zeit von 1560 bis1802 insofern eine kleine Veränderung, als einerseits der Kreisdes stiftsmässigen Adels sich weit über Schwaben und Frankenhinaus erweiterte") und andererseits Abkömmlinge gräflicher und 20altfreiherrlicher Geschlechter 7 ) verhältnismässig zahlreich ins Stifts-kapitel eintraten. Trotzdem blieb die Vorherrschaft des ritter-schaftlichen Adels nach wie vor bestehen. 8 )

') Rez. I Fol. 83» (1517 Oktober 2).

'') Kap. 21 (S. 208).

s ) Drei Familien (Bechberg, Westerstetten, Wirsherg) sind je vierfach,fünf (Adelmann, Freiberg, Hürnheim, Knöringen, Stein) je dreifach, drei (Kalten-tal, Rüppur, Thumb von Neuburg) je zweifach, die übrigen 25 mit je einemMitglied vertreten. In ihrer weit überwiegenden .Mehrheit, gehören die Stifts-herren der schwäbischen Ritterschaft an.

4 ) Vgl. S. 280, 19.

: ') Lic. iur. Georg Cramer, 161731 Stiftsdekan; Dr. theol. Johann GeorgTrestendorffer (Augsburger Patrizier), 165996 Stiftsdekan; die Kustodie ver-walteten Lic. iur. Johann Bernhard Cramer (163166) und Lic. theol. GeorgReinhard Heiin von Heimenhofen (gest. 1720).

") Unter den bis jet/t bekannten Stiftsherren begegnen nicht wenige An-gehörige des rheinischen, thüringischen, bayerischen, Tiroler und Kärntner Adels.

7 ) Z. B. Öttingen-Baldern, Öttingen-Wallerstein, Fürstenberg, Hohenlohe,Ilohenzollern, Truchsessen von Waldburg, Fugger, Hatzfeld. Vgl. auch dieÄusserung des Papsts Pius VI. vom .1. 1781 (8. 261,1316).

) Vgl. die bis 1713 reichende Liste bei Kliainm, Auctar. p. 156163,Weitaus am öftesten ist die Familie der Herren von Freiberg vertreten; ich