III. Kap. Der Konvent. § 10. Die übrige monastische Familie. 421
die, auf Kaplaneipfründen investiert, Tisch u n d W o h n u n g mit denKonventualen im Kloster erhielten und, ohne Ordensgelübdeabzulegen, die Kleidu n g d er M ö n ch e trugen ] ); von der Teilnahmeam Kapitel und von den Konventsämtern waren sie grundsätzlich
5 ausgeschlossen 2 ).
Endlich ist noch der lateinische Schulmeister (magisterseholamm pro informatione puerorum) zu erwähnen, der bis1460 in ähnlicher Weise wie die zwei Kapläne vom Konvent Tisch,Wohnung und Kleidung im Kloster erhielt 3 ); als Nebeneinkommen
10 bezog er ohne Zweifel wie später das von den Schülern zu ent-richtende Schulgeld und gewisse Bezüge von Jahrtagsstiftungen.Z vv eck u n d Au fgabe der »Sch u 1 e, die zwar erst seit dem Endedes 13. Jahrhunderts urkundlich bezeugt ist 4 ), aber sicher bis in
unser closter und wir haben im den orden geben und er sol dentisch bau a ls unser berren einer und all presencz und er sol auchgehorsam sein und sol gen köre gan und sol singen und lesen als die bereuvon rechte wegen tun solten.....Es ist auch geret worden, das der vor-genant Dietrich Herbst und sein naebkoraen.....nach keinem ampt
nih t s u 11 e u stellen i n u n s c r m g o c z hu s z noch sullen wider uns unddem goczhusz noch wider den convent niht sein weder mit geistlichem nochweltlichem gerieht on alle geverde". — Auch im Stift Ein siedeln warendie Kapläne Weltgeistliebe; Kingholz I, 129 f. 135 1
') Die Reformation des Kardinals Peter (1454) bestimmte betreffs derCaplon die munch sint in dem closter benefici iort", dass siewährend der Zeit der Sparung sieh mit der herabgesetzten Pfründe der Konven-tualen zu begnügen haben; die neue (von württembergischer Seite aufgestellte) Ord-nung vom 27. März 1454 setzte fest: Die Herren (Konventualen), die im Klosterbleiben und auch „die zwen Caplan", die ihre Güter und Nutzungen auchin die Sparung folgen lassen müssen, sollen die nächsten fünf Jahre den Tischmit Kost und Wein nach ziemlicher ehrbarer Notdurft und dazu jeglicher 20 PfundHeller und dazu seine Präsenz erhalten, um damit „Häss und ander Notdurft"
zu bestellen.
2 ) Vgl. den Stiftungsbrief für die Magdalenenkaplanei.
3 ) Stat. Petri cap. 47 (S. 124).
4 ) Magister Ber. rector puerorum in Elwangcn", Zeuge in einerSchenkungsurkunde für den Ellwanger Konvent vom 30. Januar 1292: WUB. X,16. Es ist zu beachten, dass dieser einzige Ellwanger Schulmeister, den wiraus der Zeit des Klosters bis jetzt kennen, den Magistergrad besitzt. Ob der-selbe Kleriker war, geht aus der Urkunde nicht hervor (er steht unter denZeugen an letzter Stelle; voraus gehen 4 Kitter und 2 Pfarrer). - Ein gewisser„Eberhardua magister", der in einer Urkunde Abt Ekkebards vom J. 1284(WUB. VIII 433) neben mehreren Konventualen, Rittern und Beamten als Zeugeauftritt, ist' wob) nicht Klosterschulmeister, sondern Schreiber des Abts; vgl.den „magister Cunradus notarius domini abbatis Elwac" (WUB. X, 459 J. 1296).