III. Kap. Der Konvent. § 9. Stand. Zahl. Weihegrad. Studium. 409
Schriesheim -Wiescnbach und Hohenberg von Haus auswirkliche, von der Abtei Ellwangen abhängige Klöster, sei esfür Angehörige des männlichen, sei es des weiblichen Geschlechts,waren. Die Zeit ihrer Gründung und des Vcrlusts des klösterlichen6 Charakters kann nicht festgestellt werden. Über die Vergebungder drei Propsteien liegen einige Nachrichten vor, die denSchluss nahelegen, dass der Abt als Lebensherr derselben galt,aber verpflichtet war, sie im Einvernehmen mit Dekan und Kon-vent einem Konventualen zu übertragen. 1 ) Die Pröpste blieben10 auch, solange sie auf ihren Propsteien sich aufhielten, 2 ) Mitgliederdes Konvents und wurden ohne Zweifel zu wichtigen Kapitels-verhandlungen berufen/ 1 ) Mit der Umwandlung der Abtei in einweltliches Chorherrnstift im Jahre 1460 hörten auch die dreiPropsteien zu existieren auf. ')
15 § 9. Ständische Zusammensetzung. Zahl. Weihegrad.
Ausbildung.
1. St a n d. Die Beschreibung des Klosters aus der Zeit desBasler Konzils stellt an die .Spitze den Satz, dass die Möncheall edel seien und nach altem Herkommen keinen auf-
') Am 19. September 1399 gab Abt Albrecht IV. zu der Einverleibungder Propst ei /eil ans Kelleramt seine Zustimmung, erhielt aber am12. Dezember d. .1. „zu einer Widerlegung seiner Ansprüche, insbesondereseiner lehensherrlichen Rechte," vom Konvent eine Entschädigung;andererseits hatten im .1. 1380 Abt Albrecht, Dekan Heinrich und Konventsowie die Pfleger des Gotteshauses die dortige Propstei dem Keller Kraft vonKillingen zur lebenslänglichen Nutzniessung übertragen (OAEllwangen S. 593).— Am 17. April 1435 wurde in einem Spruchbrief zwischen Abt, Dekan undKonvent festgesetzt, „wegen der Propstei Hohenberg solle es bei demalten Statute verbleiben" (a. a. 0. S. 697); leider ist dieses Statut nicht aufuns gekommen.
2 ) Der letzte bekannte Propst von Wiesenhacb wurde 1447, da diePropstei von Brunst, Wassers, Wetters und anderer Schäden wegen in Umbauund Schuld" gekommen war, „von Sparung wegen" nach Ellwangen berufen;OAEllwangen S. 488'.
°) In St. Georgen im Schwarzwald wurden im J. 1379 sämtliche aus-wärtige Prioren und Pröpste (sechs an der Zahl) zur Beschlussfassung über einhöchst wichtiges Statut einberufen; Freib. Diöz.-Archiv N. F. VI, 11*. So wurdees auch in Fulda gehalten.
4 ) Schon früher (1434) war vorübergehend keine der Propsteien mit einemMönch besetzt; oben S. 5, 15—16.