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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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404 Zweiter Teil. A. Die Verfassung des Benediktinerklosters.

angewiesen waren;er hatte die Aufsicht über das Gebäude undinsbesondere über die Bedachung des Münsters." 1 )

Sehr wenig ist den Quellen über die 0 b 1 e i und dasPräsenzamt zu entnehmen. Der obclarius (Oblcier), der erst-mals 1261 begegnet, 2 ) verwaltete die oblegia (oblationes, oblata, 5oblagia), d. h. Besitzungen, auf denen Seelgeräte- und anderekirchliche Stiftungen ruhten und von deren Ertrag den Mönchen anden betreffenden Gedächtnis- oder Festtagen Zulagen zur gewöhn-lichen Kost (sog. Pietanzcn) verabreicht wurden. 8 ) Das Präsenz-amt scheint jüngeren Ursprungs zu sein. Es gehört offenbar der 10Zeit an, in der das Kloster Ellwangen stiftische Einrichtungen sichzum Vorbild nahm; 4 ) denn Präscnzgelder, d. h. besondereReichnisse für die zum Gottesdienst im Chor Anwesenden, habenin der Regel des hl. Benedikt und in den älteren consuetudinesmonasticae keine Stelle. 15

Eine weitere zusammengehörige Gruppe bilden das Sie Ch-am t und das Spitalamt derSparung" vom Jahre 1445. ß ) DerSiechmeister oder infirmarius besorgte die Pflege der krankenund greisen Mönche, für welche schon die Regel des Ordensstifters(Kap. 36) die Bereitstellung eines eigenen Raumes angeordnet 20

J ) Schäfer, Kanonissenstifter S. 257259: Ducange VI, 46s. s. v.Operarius:dignitas in collegiis canonicorum et monasteriis, cui operibus pnblicisvacare ineumbit" (vgl. auch V, 171 r. v. magister operis); die hier angeführtenHeispiele zeigen, dass das Amt in der engsten Beziehung zur Kirchenfabrikstand. Vgl. auch Fischer, Schwab. Wörterbuch I, 716 f. 6. v. Baumeister.Dem entspricht der Titelpraefe ctus fabricae sive operarius" in Fulda(Richter, Statuta eccl. Fuld. p. 22 cap. 82); anderwärts sagte man: Kirchmeister(vgl. obenKirchenamt"), Werkmeister, magister fabricae (strueture), magister operisoder provisor fabrice (Schäfer a. a. 0.). Auch Comburg hatte um die Mitte des13. Jahrb.. seinenmagister operis": WUB. IV, 279 (1251). Nachweise überad opus ecclesiae" d. h. für bauliche Instandhaltung der Kirche (ad fabricam)bestimmte Gütergruppen gibt F ösehl, Bischofsgut II, 18. Wir haben esalso hier mit einem dauernd eingerichteten Konventsamt zu tun, dessen Er-wähnung im J. 1229 keinen Schluss auf die Baugeschichte der Stiftskirchegestattet (anders: Königreich Württemberg III, 103).

2 ) WUB. VI, 15; oben S. 5, 5.

3 ) 0. Riedner im Archiv für die Geschichte des Hochstifts Augsburg I(1909), 47 ff.; KHL. II, 1184. Über Pietanzen vgl. meine Bemerkungen imSchwäbischen Archiv 1909 S. 106.

') Oben S. 301. Das Präsenzamt (oben S. 5, 5) wird im WUB. bisjetzt nicht erwähnt und ist wohl erst im 14. Jahrh. aufgekommen.') Vgl. oben S. 399.