III. Kap. Der Konvent. § 8. Konventsämter. 405
hatte; 1 ) seinem Amt waren schon 1292 eigene Einkünfte zuge-wiesen. 2 )
Sehr dürftig sind die Nachrichten, die über das zweifellosvon jeher mit dem Kloster verbundene Spital vorliegen; dasselbe
5 bezw. sein Leiter, der Spitalmcister (Spitaler) oder hospita-larius, wird erst seit 1347 gelegentlich erwähnt, 3 ) Über die Ein-richtung des Spitals ist keine Nachricht auf uns gekommen, nurzufällig erfahren wir, dass es Arme und Kranke beherbergte. 4 )Das alte Stiftsspital mit einer Kapelle des hl. Ägidius war
10 dem Heiligen Geist geweiht und lag in der Nähe des Klosters,in der zum Immunitätsbezirk gehörigen Priestergasse. ") Dortwerden wir auch das dem Spitalmeister zugewiesene Haus")suchen müssen.
Ein Heberegister des Klosters Ellwangen aus dem Anfang
15 des 13. Jahrhunderts 7 ) gibt, uns einen bestimmten Anhaltspunkt,das erst im 14. Jahrhundert bezeugte Spital in eine bedeutendfrühere Zeit hinaufzurücken; die dort verzeichneten „deeime adportam monasterii pertinentes" von 14 Ortschaften stellennämlich das dem Klosterspital zugeeignete Sondergut dar. 8 )
20 Eine letzte Gruppe von Klosterämtern bilden die sog.
Propsteien, deren es drei waren: die weit entlegene PropsteiSchriesheim (bad. BA. Mannheim) bezw. Wiesenbach (bad.
') Egg er, Cluniazenser-Klöster S. 201 f.•-') WUB. X, 10.
3 ) OAEllwangen S. 532 f. (vgl. ebd. S. 448 zum J. 1384).
4 ) Oben S. 380, 4—5 (Statut betr. die Magdalenenkaplanei oder Stiftspfarrei
vom .1. 1401).
s ) Vgl. S. 279".
c ') Vgl. S. 402'.
') WUB. II, 425. In Comburg ist der hospitalarius bereits im J. 1251bezeugt (WUB. IV, 279).
8 ) Die Kloster- und Stiftsspitäler wurden mit Vorliebe mit Zehntendotiert. Mit porta" wurde gewöhnlich das für die reichen und vornehmenGäste bestimmte Spital (hospitale divitum oder nobilium), das an der Kloster-pforte lag bezeichnet. Jede grössere Beichsabtei hatte nämlich mehrere (in derBegel zwei) Hospitäler (ob auch Ellwangen? in der späteren Zeit jedenfallsbestand daselbst nur ein Spital, das Arme und Kranke aufzunehmen bestimmtwar); Posch 1, Bischofsgut II, 19; vgl. Schäfer, Kanonissenstifter S. 252 bisS. 256 ■ A. Hauck, Kirchengcschichte Deutschlands IV (1903), 52—59. Das Ell -wanger Spital blieb bis zu seiner Verlegung in die Stadt (an die jetzige Stellein der Spitalstrasse) im .1. i486 in engster Verbindung mit dem Kloster bezw.Stift, wenn es auch eine besondere Verwaltungseinheit bildete.