III. Kap. Der Konvent. § 7. Stellung- gegenüber dem Abt. 393
es siel) mit dem übrigens nicht gewählten Abt Johann IL(1452—1460); denn das Geschlecht der Edelherren von Hiirn-lieim, dem er entstammte, hatte wohl in der Staufenzeit als daserste im Riesgau nach den Grafen von Ottingen gegolten, war aber
5 zu Abt Johanns Zeit längst und entschieden „zur Genossen-schaft des niederen Adels herabgestiegen.') Somit hebt siclieigentlich nur Kuno von Gundelfingen als Angehöriger des hohenAdels aus der Zahl der Äbte von ca. 1250-1460 ab.
Über den Weihegrad der Abte findet sieh nur einmal eine
lo Angabe; in der Bestätigungsbulle für Siegfried Gerlacher(1400) wird nämlich gesagt, dass er die Priesterweihe besass.
Derselbe Abt wird in der genannten Quelle bezeichnet als„monachus dicti monasterii [Ellwangen] ordinem ipsum expresseproi'essus." Dass die Ablegung der Ordensprofess bei einem
16 Kandidaten für die Abtei nicht selbstverständlich war, haben wiran dem Beispiel Johann von Ilürnlicims gesellen.-) Hatteder gewählte und bestätigte Abt noch nicht Profess gemacht, sogeschah es jedenfalls bei seiner Benediktion; denn das PontificaleRomanuni hat diesen Fall ausdrücklich vorgesehen. Eine Aus-
20 nähme war nur bei Verleihung der Abtei per commendam anWeltgeistliche zulässig. Auch Ellwangen mag in den ersten Jahr-hunderten seines Bestehens mehrfach Komnionda tarä btenübertragen worden sein. Falls Grimold auch in Ellwangen Abtwar, 8 ) so wird er wohl auch hier wie in St. («allen 4 ) für die
25 spiritualia, d. h. für die innere Leitung der Abtei, einen Stell-vertreter ernannt haben.
III. Kapitel.
Der Konvent.
§ 7. Die Stellung des Konvents gegenüber dem Abt.
30 Matte die Regel des hl. Benedikt (Kap. 2. 3. 65) die Leitung
des Klosters nach innen und aussen dem Abte allein zugewiesen
') Steichele, Bistum Augsburg III, 1222 — 1240 (besonders S. 1237);von Alberti S. 350f.
2 ) Oben S. 321 f.
") Vgl. S. 300".
*) Vgl. E. Knapp in WV.jh. 1010 S. 185. Im Unterschied von dem Welt-geistlichen (irimold waren die Abtbischöfe Liutbert, Hatto und Hartbert (obenS. 383 und 300) Mönche. Laienäbte sind nicht bekannt.