II. Kap. Der Abt. § 6. Stand. Weihegrad. Profess. 391
Anno II. des Heiligen, eines Edelfreien von Altsteusslingen,')gleichfalls dem freiherrlichen Stande angehört haben. Ausdrücklichbezeugt ist dies von Abt Adalbert I. (1136[?]—1173), einem Frei-herrn von V r s i n-Ron sberg. 2 ) Über die Herkunft der übrigen5 Äbte bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts fehlen Nachrichten. 8 )
Seit d em 13. .1 ali r h u n d er t s c li ein 1 fr e i 1: e r r I i c li eA b k u n f t nicht in e h r als E r f o r d e r n i s f ü r d i e E r-1 angung der äbtlichen Würde gegolten zu haben.Zuverlässig bekannt ist uns die Familienzugehörigkeit der letzten
10 acht Abte. 4 ) Von ihnen entstammten vier (Ekkehafd vonSchwabsberg 1278—1309;°) Erenfried von Ve 11 borg1309- 1311; Rudolf von Pfahlheim 1311—1332; Johann I.von Holz in gen 1427—1452) dein niederen Adel, einer (Sieg-fried Ger lach er 1400—1427), der freilich nicht durch die freie,
15 Wald des Konvents, sondern „durch Gunst der Gewaltigen" zuräbtlichen Würde erhoben worden war, sogar einer bürgerlichenFamilie.') Immerhin bleiben auch in dieser Zeit noch drei Abtefreier Herkunft. Kuno.il. (1332—1367) wird der Familie der
') Stalin, Wirtemberg. Geschichte I, 566. ]J, 537 f.
-) Chron. Ehr. zum .1. 1178 (Giefel p. 86); oben S. 384'.
:! ) Dass Abt Eelmerich (1124) ein Graf von Öttingen gewesen sei, wieeine unverbürgte Überlieferang seit, Bruschius (Monasteriorum Germaniaepraeeipuorum ac inaxime illustriura centuria prima, Ingolstadl 1551 Fol. 49»)behauptet, ist, wohl Sage; vgl. G. Grupp, Öttingische Eegesten 1. Heft (1896)S. :t. Über die Genealogien des Bruschius vgl. Simon, Bischöfe der MainzerKirchenprovinz S. 6. Über die Fainilienzugehörigkeit des Abts Richard II.11118), den das Chron. Elvae. (Giefel p. 15) als Richardus Rufus einführt,wage ich keine Vermutung zu äussern.
') Abt Gotbold 11., der 1246 von Xeresheim nach Ellwaiigen transferiertwurde, wird dem niederen Adel angehört, haben; wenigstens war BischofHeinrich I. von Bamberg (1242-57), der als sein Neffe (riepos) bezeichnet, wird(WUB. V, 446), der erste Bamberger Bischof nicht freiherrlicher Herkunft.Vgl. Simon, Bischöfe der Mainzer Kirchenprovinz S. 68; Bessert in WVjh.1H8;( S. 142 ff.; 0. Kreuzer, Heinrich I. von Hilvershoiin Bischof von Bamberg,I. III. Teil. Gymnasialprogramm Bamberg 1907—1909(besonders I. Teil S. 8—10).
: ') Auch Otto (1255—69; zuvor Abt von Wülzburg) wird von der nichtkontrollierbaren Tradition als „nobilis de Schwabspcrg" bezeichnet (Bruschius[oben Anm. 8]; Khamm, Auctar. p. 38 nr. 85); OAEllwangen S. 462 und 715wird auch der zwischen Otto und Ekkehard regierende Abt Konrad aufGrund „der Tradition," die in diesem Fall aber nicht auf Bruschius und Khammzurückgeht mit Vorbehalt derselben Familie zugerechnet. Die Schwabsbergwaren wie die Herren von Pfahlheim Ministerialen des Stifts Ellwangen.
•) Oben S. 8, 10-14 mit Anmerkung.