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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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IL Kap. Der Abt. §5. Kirchliche 'Stellung. Wahl. 389

des Stabs 1 ) und anderer bischöflichen Insignien zu be-dienen. 2 ) Eine päpstliche Verleihungsurkunde ist nicht vorbanden.Das früheste Zeugnis für den Gebrauch der Pontifikalien ist dasSiegel Abt Kunos I. an der Urkunde vom 3. August 1216; 3 )5 besser erhalten ist die Mitra auf dem Siegel des Abts Otto anUrkunden von 1255 und 1259.') Wir dürfen dalier mit Grundannehmen, dass das vielbegehrte Privileg den Ellwanger Äbten -sei es zunächst als persönliche Auszeichnung sei es für immergleichzeitig und im Zusammenhang mit der Exemtion und der

10 Erhebung zur Fürstenwürde, also zu Anfang des 13. Jahrhunderts,verlieben wurde.

Über die kanonische Wahl des Abts durch denKonvent, die seit dem zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts dieRegel gebildet haben wird, liegen fast keine Nachrichten vor. 5 )

15 Der Wahl ging die Anrufung des hl. Geistes voraus. 0 ) Leiter derWahlhandlung war ohne Zweifel der Dekan des Klosters. Bei derWahl des Jahres 1367 wurde bereits eine Art Wahlkapitulationaufgestellt; der erwählte Abt Albrecht Hack musste nämlich ver-spreehen, wenn er vom Papst bestätigt sei, eine ,.Sparung" einzu-

20 führen. 7 ) An die Wahl sebloss sieb die Inthronisation (dasBesteigen des Abtsstuhls) des Neugewählten, zu der sieb etwa seit

') Wie der Bischofsstab viel älter ist, als die Mitra, so wurde Äbten derGebrauch des Stabes viel früher gestattet als das Tragen der übrigen Ponti-ftkalinsignien; vgl. KL. VI, 42 (s. v. Hirtenstab); KHL. I, 450 (s. v. Baculus).

'') Papst Pins IL bestätigte 1460 das seit alters besessene Privileg;S. 20, 2526.

:l ) Ungenügende Besehreibung des Siegels in WUB. III, 53 f. EineAnfrage im K. bayer. allgemeinen Reichsarchiv in München, wo sich dasOriginal befindet, ergab, dass auf dem freilich arg schadhaften und abge-schliffenen Siegel die Mi tra des Abts (bezw. deren \ beide durch die in derMitte von vorn nach hinton verlaufende Einsenkung gebildeten Oornua) nochdeutlich zu erkennen ist.

4 ) WUB. V, 56 und 282.

6 ) Eine ausführliche, cpiellenmässige Schilderung der Vorgänge bei derWahl, der Investitur und der Weihe gibt Brennich, Besetzung der Reichs-ahteien 11381209 S. 09106.

°) Im J. 1253 berichten Dekan und Konvent an den Papst, dass sieeonvenientes in unum et Spiritus Sancti gratia invocata" den Abt Otto vonWülzburgcanonice ac concorditer postularunt" (oben S. 372 :1 ).

7 ) OAKlIwangen S. 448; vgl. S. 346'. Aus Fulda sind eigentliche Wahl-kapitulationen seit der Mitte des 13. .Tahrh. bekannt (Richter, Statuta eccl.Fuld. p. XIV); vgl. auch Schäfer, Kanonissenstifter S. 152.