386 /weiter Teil. A. Die Verfassung des Benediktinerklosters.
Abtei noch die drei nächsten Jahre als Kommende beizubehalten. 1 )Im Jahre 1253 wurde Abt Otto von Wülzburg nach Ellwangenpostuliert; Papst Innocenz IV. trug dem Bischof von Eichstättauf, an seiner Stelle die Gültigkeit der Wahl und die Würdigkeitdes Postulierten zu untersuchen und nach Befund entweder die 5Postulation zu bestätigen oder zu kassieren. 2 ) Von PapstJohann XXII. wurde Kuno von G undel fingen, obwohl ernicht ordentlich gewählt worden war, am 27. März 1334auf einmütige Bitte des Konvents zum Abt von Ellwangen ernannt.")Ein Beispiel unumschränkter Besetzung durch den Papst liegt aus ioder Mitte des 13. Jahrhunderts vor. An Stelle des Abts Rugger,der wegen seiner kirchenpolitischen Haltung am 25. Juli 1246 vondem päpstlichen Legaten Philipp für exkommuniziert undsuspendiert erklärt worden war, 1 ) wurde Abt Gotbold vonNeresheim von Erzbischof Siegfried III. von Mainz auetori- 15täte apostolica nach Ellwangen transferiert; PapstInnocenz IV. bestätigte ihn am 3. Oktober 1247 in seiner neuenWürde.') Dazu kommen zwei uns bereits bekannte Fälle päpst-licher Provision aus dem 15. Jahrhundert. Siegfried Ger-lacher wurde im Jahre 1400 nach Zession des Abts Albrecht (IV.) 20Hack, wodurch die Besetzung der Abtei für dieses Mal dem aposto-lischen Stuhl res er viert war, durch Bonifaz IX. zum Abt ernannt;;dass übrigens das Schwergewicht bei dieser Besetzung und bereitsauch bei der Resignation des früheren Abts nicht bei der Kurie,sondern bei dem Schirmvogt; des Klosters, dem Grafen Eberhard 25dein Milden von Württemberg, lag, wurde bereits früher hervor-gehoben. °) Ebenso war das Eingreifen des Papsts Nikolaus V. indie Besetzung der Abtei — die Verleihung derselben alsKommende an Kardinal Peter von Schaumberg und dieErnennung Johann von lliirn hei ms unter Verwerfung der 30kanonischen Wahl des Konvents - - durch Bittgesuche Dritter ver-anlasst; der Kardinal von Augsburg, der hier die treibende Kraftwar, hatte ohne Zweifel zuvor auch den Schirmvogt, Graf Ulrich V.,
') WUB. V, 411 f.'-) Oben S. 372 3 .
:l ) S. Riezler, Vatikanische Akten zur deutschen Geschichte in der ZeitKaiser Ludwigs des Baiern (1891) S. 661 Nr. 1644.*) OAEllwangen S. 462.
B ) WUB. V, 446; K. Weller in WVjli. 1897 S. 120".9 ) Oben S. 10' und 306.