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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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Angebliche Bestechung und unglückseliger Tod Peters. 363

erzählte das traurige Geschick der Kloster Lorsch und Weissenburg l )und fuhr dann fort:Dergleichen hetten die münch zu Ellwangendie kuten auch uszgeschüt und solchs bei bischof Fetter von Augs-purg, eim edelman vom Schaumberg, 2 ) bäpstlicheri commissario5 mit 4000 guldin in gold, die im der apt, war ainer von Hirnhaimgewest, uf den tisch geschitt, erhalten. Do het der bischof mitinen dispensirt und als ain blutgiriger man über gold ganz frölichbaide arm uszgestreckt, sprechend: »Quis potest resistere tot arma-tis?« Hernach, als sie dergestalt canonici worden, hetten sie wenig

glucks oder fals mer gehapt; es hett auch der cardinal Peter imder dispensation halben ein solliclis gewissen gemacht, das er her-nach in agone kurzlich vor seinem absterben kleglich geschrien:»Ach Benedicte! Benedicte! wer ich dein und deines ordens mües-zig gangen !»"

15 Zweierlei wird also von Kardinal Peter ausgesagt: das Ver-

brechen der .Simonie, das er sich bei der Umwandlung desKlosters Ellwangen habe zu Schulden kommen lassen, und schwereGewissensbisse, die ihn darob im Sterben gequält und fastzur Verzweiflung getrieben haben sollen. :1 ) ßeides ist durchaus

20 ungeschichtlich, wie glücklickerweise noch bewiesen werden kann.

Was die erste Behauptung betrifft, so mag man das Verhalten

des Bischofs gegenüber den entarteten adeligen Mönchen inkonsequent,

zu nachsichtig und schwächlich linden; 4 ) des Verbrechens der

') Vgl. oben S. 3B5 2 ; über Lorsch vgl. KL. VIII, 155 f.

'') Hs. Schwanberg, was der Herausgeber fälschlich in Schaumburgändert- die richtige Form des Namens ist Schaum berg (Seh au ein (n)berg).

s ) Wenn auch der Weingartener Benediktiner Gabriel Bucelin, Ger-mania, sacra pars I (1055), p. 13 nr. 55 von Beter von Schaumberg zu erzählenweiss: Elvacensc coenobium refornuiri, Monachi nimirirm cucullum ut proieerent,effecit. Obiit tremenda morte S. Benedict um inclamana" (ebd.p. 29 s. im Katalog der Abte und Pröpste von Ellwangen, fehlt eine Bemerkungderart) so ist die letztere Angabc aus der Zimmerischen Chronik geschöpftDie Behauptung, dass der Kardinal sich habe bestechen lassen, hat Bucelin,weil er sie nicht, für genügend verbürgt hielt, und wohl auch aus Rücksichtübergangen.

4 ) Der Geschichtschreiber der Bischöfe von Augsburg, PI aeidu s Braun,urteilt zwar ohne vollständige Kenntnis der Quellen, aber doch wohl richtig -in dieser Beziehung:Das Kloster Ellwangen zu reformieren hatte Peter wederMut noch ernstlichen Willen" (III, 87). Auf Kardinal Peter dürfte das Urteilzutreffen das .1 o h. Tri th e m ins über den von ihm sonst als Reformfreund sehrgerühmten Speirer Bischof Ludwig von Helmstadt ausspricht, unter dessenRegierun« drei Abteien seiner Diözese sich säkularisieren Hessen:Hoc uiiiiiii