3G0 Erster Teil. V. Kap. Anfechtung dei Umwandlung seitens des Ordens.
in der Folgezeit tat, ho ungenügend unterrichtet, dass es nicht mög-lich ist, ein klares Bild von dem weiteren Verlauf der Angelegen-heit zu gewinnen. Nach einer langen Pause von 14 Jahren erfahrenwir erstmals wieder von bezüglichen Verhandlungen. Aus einemSchreiben des Propsts Alhreeht von Rechberg an 5Friedrich III, 1 ) das unsere einzige Quelle darstellt, entnehmenwir die Angaben, dass der Kaiser, wahrscheinlich auf Ansuchendes Ordens, in einer vertraulichen Besprechung 8 ) an ersteren dasAnsinnen gestellt hatte, sein Stift zur Regel des hl. Benedikt zurück-zuführen. Albrecht hatte sich Bedenkzeit ausgebeten; da er längere 10Zeit die Antwort schuldig blieb, Hess ihn der Kaiser schriftlich zurÄusserung mahnen. In seinem Schreiben vom 7. August 1481erklärt der Propst, die Sache sei ihm so schwer, dass er trotzvielen Nachdenkens keine Antwort zu geben gewusst halte undauch jetzt nicht zu geben wisse. Er bittet deshalb den Kaiser, 15von seinem Verlangen abzustehen und ihn und sein Stift in ihrem„ehrbaren Stand und Wesen bleiben zu bissen." Kalls der Kaiserjedoch auf seinem Ansinnen bestehe, so möge er ihm (Albrecht)wenigstens erlauben, mit seinem Kapitel und seines Stifts Schirm-vogt, ohne die er in der Sache nichts tun könne, und auch mit 20anderen Herren und Freunden Rat zu pflegen. Die Erwiderungdes Kaisers ist leider nicht erhalten ; sie hat jedenfalls entgegen-kommend gelautet, da Friedrich III. kaum aus persönlicher Über-zeugung oder eigenem Interesse, sondern wohl nur aus fremdemAntrieb gehandelt hatte und damals auch von der höchsten kirch- 25liehen Stelle kein energisches Vorgehen im Sinn der kirchlichenReform zu befürchten war.*)
Von weiteren Verhandlungen sind keine Nachrichten auf unsgekommen.' 4 ) Trotz aller Anstrengungen vermochte der Benedik-
') Oben S. 291.
-) Wann und wo diese Zusammenkunft von Kaiser und Propst stattge-funden hat, ist nicht bekannt. Friedrich III. war seit, Ende 1475 nicht mehrin Schwallen erschienen; vgl. Stalin, Wirt. Gesch. HL Bd. S. XVIII. ImFrühjahr und Sommer 1481 weilte er ununterbrochen in seinen österreichischenErbländern (meist in Wien); vgl. .1. Chmel, Regesta Friderici 111. p. 702—709.
:1 ) Über die Stellung Sixtus' IV. (1471-84) zur Frage der Kirchen-reform vgl. Pastor, Päpste II, 630 ff.; über seine sehr weitgehenden kirchen-politischen Konzessionen gegenüber Kaiser Friedrich III. ehd. S. (>16 ff.
4 ) Schwerlich gehört hieher folgender, nicht, recht zu erklärender Eintragin den Rezessen des Stiftskapitels Ellwangen (Bd. I Fol. 25)>): „Uff fritag nachaller hailigen tag ao. 89 114K9 Nov. 6] ist, kumen doctor Hans Reuchlin von