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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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359
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Letzte Versuche zur Wiederherstellung des Klosters. 359

nicht mehr in der Lage, neue beachtenswerte Gründe für ihreBitte vorzubringen.

Von dem Eindruck und Erfolg der fürstlichen Suppliken habenwir keine unmittelbare Kunde. Sicher ist, dass das Stift Ellwangen

5 fortan von Seiten Pauls IL unbehelligt blieb; dagegen müssen wirdie Frage unentschieden lassen, ob er oder einer seiner nächstenNachfolger sich wirklich dazu verstand, die Bulle vom 18. Juni 1465ausdrücklich zu widerrufen, l ) oder ob die Kurie sich damit begnügte,die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen und dem Benediktiner-

10 orden Stillstand zu gebieten.

Wenn zwei Jahre später (1469) von privater Seite der Ver-such gemacht wurde, einen einzelnen der dem Orden ungetreugewordenen Ellwanger Mönche, den Dekan Georg vom Stein vonÜiemantstein, zur freiwilligen Rückkehr zu seinen Ordensgelübden

15 zu bewegen,-') so konnte dies einen Einfluss auf die Geschickedes Stifts umsoweniger haben, als auch der vom Briefschreiberzunächst beabsichtigte Erfolg ausblieb. Andererseits ist das Schrei-ben des adeligen schwäbischen Mönchs, der in dem von Melk ausreformierten Kloster Mariazcll in Niederösterreich nach

20 den ursprünglichen Idealen des Ordens lebte, als Zeugnis für dieMacht der Melker Reformideen höchst beachtenswert. 3 )

Obwohl der Vorstoss des Jahres 1467 völlig missglückt war,wollte sich der Benediktinerorden auch jetzt noch nicht zufriedenneben. Leider sind wir über die Schritte, die er in dieser Beziehung

Haltung des Kaisers zeigt, kam er mit seiner Fürsprache zu Gunsten des StiftsEllwangen nur einer von dritter Seite an ihn gerichteten Bitte nach.

') In der Angelegenheit des Stifts St,. Burkard in Wiirzburg geschahdies wenigstens durch seinen Nachfolger Sixlus IV.; oben S. 355'.

») Oben S. 288-290.

") Otto Eigner, Geschichte des aufgehobenen Benedictinerstiftes Maria-zeil [beute Klein-Mariazell, bei Wiener-Neustadt] in Österreich (Wien 1900),bandelt S. 7G 134 über die Geschichte dieses Klosters im Zeitalter der MelkerReform (1419-1524). Über den Brief Schreiber, Wilhelm von Diemantstein(über das Geschlecht vgl. S t e i c h e 1 e, Bistum Augsburg IV, 644 ff.), ist nichtsbekannt,- er ist, in Eigners Liste der aus den Urkunden nachweisbaren Professenvon Mariazell (S. 351 ff-) nicht aufgeführt. Wie andere österreichische Klöster,so beherbergte auch Mariazell damals manchen Schwaben, von denen zwei -Johann IV. de Suevia (14G8 bis ca. 1473) und Johann V. von Kempten (1475bis circa 1482) zur abteiliehen Würde gelangten ; Eigner S. 111 ff', und 114 bis121- Firm. Lindner, Monasticon metropolis Salzburgensis antiquae (1908)S. 301 ff. Eigner S. 121' erwähnt noch einen zweiten, etwa gleichzeitigenPriesterprofessen Johannes de Campidona.