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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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358 ErsterTeil. V.Kap. Anfechtung der Umwandlung seitens des Ordens.

und ihrer ganzen Umgebung die Umwandlung gebilligt haben und ein-stimmig die Vermehrung des Gottesdienstes und die gute Haltungder Stiftsgeistlichkeit als eine heilsame Wirkung dieser Massregelbezeugen. Die Zurücknahme der Säkularisation müsste in allenKreisen, nieht zum wenigsten beim Volke, schweren Anstoss erregen 5und die grössten Unzuträglichkeiten im Gefolge haben; die schöngenannten Fürsten, vor allem Markgraf Albrecht selbst, der dieSache des Stifts als seine eigene Angelegenheit ansehe, würdenden Widerruf der wohlbegründeten Verfügung des verstorbenenPapstes als eine schwere persönliche Kränkung empfinden. Mit 10Markgraf Albrecht Achilles legte sein Sohn Johann Cicero(marchio iunior) l ) Fürbitte für das Stift Ellwangen ein, dessenSache seinem Vater so sehr am Herzen lag; ihm wollte er nun-mehr dieerste Bitte" zukommen lassen, die er drei Tage zuvorfür das gleichfalls von Papst Paul II. in seiner Existenz bedrohte 15Stift St. Bnrkard in Würzburg 2 ) eingelegt hatte.

Kardinal Peter von Schaumberg, den der Papst als Lega-tes a latere zum Reichstag abgeordnet hatte, wies auf seine Tätigkeitals päpstlicher Kommissär und Exekutor bei Erektion des Stiftshin und pflichtete den Angaben des Markgrafen Albrecht über die 20heilsamen Folgen der Säkularisation für Gottesdienst, sittlichesVerhalten des Stiftsklerus und Zuneigung des Volkes zum Stiftohne Einschränkung bei.

Andere Fürsten, die gebeten wurden, sich der Supplikanzuschliessen, aber kein persönliches Interesse hatten und 25dem Stift fernstanden, wie z. B. Herzog Ludwig IX.der Reiche von Bayern-Landshut (14501479) :f ) undKaiser Friedrich III., der nach Schluss des Reichstags, demer nicht selbst angewohnt hatte, von Wiener-Neustadt aus eineVorstellung zu Gunsten des Stifts an den Papst richtete, ') waren 30

') Johann Cicero, Albrechts älterer Sohn, der spätere Kurfürst, vonBrandenburg (gest,. 1409), erschien mit seinem Vater auf dem Reichstag;Herrn. Schedels Briefwechsel S. 168.

») Vgl. oben S. 355'.

*) Vgl. die S. 357-' 1 zitierte Monographie von K 1 11 c.k höhn; B Lezle r,(Jesch ichteBaierns III, 369457 (über Ludwigs Haltung auf dem Reichstag zu Nürnberg1467 und seine daselbst erfolgte Aussöhnung mit dem Markgrafen Albrechtebd. 8. 435).

') Ober K. Friedrichs damaligen Aufenthaltsort vgl. .1. Chroel, RegestaFridcrici III. Romanorum imper. (1859) p. 521. Wie die spatere schwankende