Suppliken deutscher Fürsten. 357
Scbaumberg,') von wegen des Stifts zu Ellwangen, er möge mitden Vätern des Benediktinerordens handeln, dass sie dieselbeStiftung unangefochten Hessen. Im Namen des Generalkapitelsgab der Abt vom Michelsberg (Eberhard von Venlo) dem Bischof
5 die Erklärung ab, dass „die Väter die Sache gegen das Stift zuEllwangen zu diesen Zeiten ruhen lassen wollen." *)
Sei es, dass diese Zusage nicht gehalten wurde, sei es um die dro-hende Gefahr einfürallcmal abzuwenden,—das.Stift Ellwangen benützteden im Juli und August desselben Jahres zu Nürnberg abgehaltc-
10 nen Reichstag, B ) um eine stattliche Anzahl von Reichsfürsten, jaden Kaiser selbst zur schriftlichen Fürsprache beim Papst zu bewegen.Wir haben Grund zur Annahme, dass die kürzlich aufgefundenenDokumente 1 ) nur einen Teil der Suppliken darstellen, die ausden Kreisen der auf dem Reichstag versammelten deutschen Fürsten
15 damals nach Rom abgingen; so vermissen wir insbesondere dieKundgebung des Schinnvogts, Graf Ulrichs V. von Württemberg,die gewiss nicht ausgeblieben ist. Im übrigen geben uns die zu-fällig erhaltenen Akten eine genügende Vorstellung von der Bewe-gung, welche die Angelegenheit des Stifts Ellwangen hervorzurufen
20 imstande war. Die weitesten Kreise wurden von ihr in Mitleiden-schaft gezogen. Mehrere der angesehensten Reichsfürsten und derKaiser seihst wurden, teilweise in sehr entschiedener AVeise, gegendie unliebsame päpstliche Entscheidung vorstellig.
Am nachdrücklichsten verwendete sich Markgraf Albrecht
25 Achilles für das Stift, für dessen Errichtung er im Winter 1459/60die weite und beschwerliche Reise nach Mantua gemacht hatte. Er be-tonte, dass ebensowohl der Diözesanbischof, Kardinal Reter, und derSchirmvogt, Graf Ulrich, als auch die Bewohner der Stadt Ellwangen
') Bischof Georg (1459—75), ein naher Verwandter des Kardinal«Peter, wird als „Wiederhersteller der verfallenen klösterlichen Ordnung" gerühmt(KL. 1, 1920; Looshorns Geschichte des Bistums Bamberg, IV. Bd. von 1400bis 1556 [1900], war mir nicht zugänglich).
'-') Oben S. 76 f.
*) Über den Reichstag zu Nürnberg 1467, der, auf den 15. Juni berufen,erst am 13. (15. ?) Juli — am Tag der hl. Margaretha — mit einem Hochamtdes Kardinallegaten Peter von Augshurg eröffnet, vier Wochen dauerte undergebnislos verlief, vgl. Aug. Kluckhohn, Ludwig der Reiche, Herzog vonBayern (1865) S. 267—278 ; Hermann Schedels Briefwechsel hsg. von P. J o a c h i m-sohn (Bibliothek des literar. Vereins in Stuttgart Bd. 196 [1893]) Nr. 73—75S. 167 bis 173: Pastor, Päpste II, 359.
4 ) Nachträge zu Nr. X S. 283—288.