346 Erster Teil. IV. Kap. Umwandlung des Klosters Ellwangen.
zustellen sind, und dem Abt, wenn er nach Vollzug der Umwand-lung eine neue Schuld aufnehmen wolle, um die alte Schuld derAbtei abzuzahlen, ohne Weigerung- siegeln.') Offenbar sollte die„Tädigung," wenn es auch nicht ausdrücklich gesagt ist, strenggeheim gehalten werden. Trotzdem kam sie, als die Unterband- 5hingen am Donnerstag den 20. März in Dillingen ihren Anfanggenommen hatten, 8 ) dem päpstlichen Kommissär zu Ohren. Ganzempört darüber, erklärte der Kardinal, er wolle das unter keinenUmständen leiden und, wenn es sich wirklich so verhielte, nichtsmehr mit der Sache zu tun haben; auch sei er nicht gewillt, es iodem Abt und Konvent nachzusehen, dass „man ihn also beschalkenund umführen" wolle. Er bestand deshalb darauf, dass die ellwang-ischen Abgeordneten — Dechant Georg vom Stein und der fürstliche..Schreiber" (Sekretär) Albert Stromair — schwören müssten, dasses „nit dinglich oder simoniace," sondern redlich zugehe. Stromair 15setzte seinen Herrn durch einen Eilboten von dem Stand der Dinge
'1 Nr. V S. 21—2-t. Die Bestimmung über die Mitwirkung des Konvents beiAufnahme von Schulden auf die Abtei beruht offenbar auf einer Wahlkapitulation.
2 ) Nachdem der Druck schon weit fortgeschritten war, entdeckte ich inPrivatbesitz (vgl. oben S. 283) u. a. den „G e w altsbrief Ab t J ob an u s n nd desKonvents der abrogatio ordinis halben gen Dillingen" (unbeglaub.,gleichzeit. Kopie; 1 Bl. Pap. Fol.): nachdem Kardinal Peter „des Fürnchmens undder Erection halb," die nach Inhalt der ihm vom Papst zugesandten Bulle im StiftEllwangen beschehen soll, auf Donnerstag nach dem Sonntag Oculi [20. März]einen Tag gen Dillingen angesetzt hat, bestellen Abt und Konvent ihre Proku-ratoren für diese Unterhandlungen, nämlich ersterer den würdigen gaistlichen HerrnWilhelm von Lustnau Bropst zu Rott (vgl. S. 22 1 und 329 2 ) und seinen SchreiberAlbert Stromair, der Konvent aber die Mitkonventherrn Jörg vom Stain Techant (vgl.obenS. 13 und 329), Ulrich von Neunegk Spitalherrn und Albrecht Schenk Pfleger(vgl. oben S. 330 1 ); dat. zu Ellwang am Aftermontag nach Oculi 1400 [März 16].Ob alle die genannten — und insbesondere der Propst von Mönchsrot — sichwirklich an den Unterhandlungen beteiligten, entzieht sich unserer Kenntnis:die uns zugänglichen Quellen (oben S, 27 und 35) tun nur der Tätigkeit desDekans und des fürstlichen Schreibers Erwähnung. Albert Stromair begegnetseit den sechziger Jahren öfter als Schreiber (auch Sekretär oder Kanzler genannt)des Abts be/.w. Propsts (vgl. WV.jh. 1908 S. 16!» und 17G 8 ); er scheint Laiegewesen zu sein und mag mit dem um 1505 begegnenden gleichnamigenKüchenmeister identisch sein, von dem gesagt wird, dass er früher Amman derPröpste Albrecht I. (1461 -1502) und Bernhard (1502—03) war (Hofratsprotok. IFol. 197). — Durch das neue Dokument wird die Datierung des wichtigenSchreibens Stromairs an Abt Johann (S. 27 ff.) auf Ende März sichergestellt.Kalls, wie wahrscheinlich, die Unterhandlungen mit- Kardinal Peter erst mit dem20. März recht in Fluss kamen, wäre auch das undatierte Stück (S. 26) in dieZeit zwischen 20. März und 2. April zu setzen.