Papst Pins II. und die Ordensreform. 339
von Augsburg die Bulle ,Decet Roman um Pontificem', wo-durch er die Unterdrückung der Ordensregel und die Errichtungeines weltlichen Kollegiatstifts in Ellwangen im Prinzip genehmigte,die Grundzüge der Verfassung des neuen Stifts festlegte und
5 gemäss dem Wunsche des Abts und Konvents den Kardinal Peterals seinen Kommissär und Exekutor mit dem Vollzug der Säkula-risation beauftragte.>)
Über die Ulit e r h a n d 1 u n g e n i n M a n t u a, welche der päpst-lichen Entscheidung vorhergegangen waren, liegen keine Nachrichten
10 vor. l'i'is II. trug sieb — wenigstens im Anfang seiner Regierung •—mit ernsten Reformgedanken. Wenn auch später, als seine Sorgefast ganz durch die Türkengefahr in Anspruch genommen war, dieReformfrage mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt wurde,so war sie doch keineswegs vergessen. Der neueste Geschicht-
15 sebreiber der Tapste rühmt besonders seine Bemühungen für dieHebung der Klosterzucbt, für die er gerade in Deutschland ver-hältnismässig viel tat. Der Bursfelder Kongregation, deren segens-reiches Wirken er wohl erkannte, Hess er während der ganzenZeit seines PontiflkatS seine Unterstützung zuteil werden. -) Wenn
20 er trotzdem im Jahre 1460 die Bitte der Mönche von Ellwangenum Umwandlung ihres Klosters und nur wenige Monate vor seinemTode ein gleiches Gesuch der Mönche von St. Burkard in Würzburg
vom 26. September bis 14. Januar (die Angabe des Ckron. Klvac. zum .1. L459ist etwas ungenau.) Die Säkularisationsbulle für Ellwangen ist also gerade andem Tag des feierlichen Schlusses des Fttrstenkongresses ausgestellt worden.Vgl. Pastor, Geschichte der Päpste II, 49. <>3. 77 ff.
') Nr. IV S. 15—21. Die Aufstellung des Bischofs von Augsburg;ils päpstlichen Kommissärs entsprach dem stehenden Gebrauch der Kurie inähnlichen Füllen "» ll ist ' keineswegs eine Ausnahmemassregel, wie es nachOAEUwangen S. 1">1 scheinen könnte.
2 ) Über die Stellung Pius' II. zur kirchlichen Reform vgl. Pastora. a. 0.II 184—193, über die Klosterreformen besonders S. 190ff.; Linneborn inStudMittBenCist. XX, 281—288; unten S. 853"; über seinen Plan, die 3 deutschenReformverbände von Melk, Kastl und Bursfeld zu einer Kongregation zu ver-einigen, vgl. R. Hay, Astrum inextinetum [oben S. 314'] p. 231s. Durch die vonPastor nicht erwähnten Klostersäkularisationen (ob die zwei oben im Textgenannten Fülle die einzigen dieser Art aus der Zeit Pius' II. sind, vermag ichnicht zu sagen) erhält freilich das Bild seiner Reformtätigkeit eine etwas dunklereSchattierung. Übrigens bemerkt auch Pastor (S. 188): „zuletzt wagte auch eres nicht, den.Riesenkampf gegen das in die Kirche eingedrungene Verderbenzu führen- er begnügte sich in der Folgezeit damit, einzelnen Auswüchsenentgegenzutreten."