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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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338 Erster Teil. III. Kap. Alifall virler Benediktinerabteien.

Freundschaft sich verschreiben lassen mussten, des GotteshausesMann, ihm getreu und gewähr zu sein. Der Abt, zugleich Reichs-i'ürst und exemter Prälat, wohne auf einem Schloss ausserhalbdes Klosters, die Mönche leben nicht mehr im Kloster zusammen,sondern in eigenen Häusern in der Stadt und haben eigenes Haus- 5wesen, auch eigene Pfründen und Präsenz wie weltliche Chorherrn,sie; essen auch Fleisch und tragen leinene Kleider, nicht härene,wie es die Ordenssatzungen verlangten. l ) All das sei altes Her-kommen; ja, es sei auch nicht Brauch, dass die Mönche in Ell-wangen Profess ablegen, vielmehr seien etliche, nachdem sie manches 10Jahr im Kloster gewesen, wieder ausgetreten, um zu heiraten. EhedieHerren" sich solchermassen reformieren Hessen, gingen sieaus dem Kloster, jedoch ohne ihre vermögensrechtlichen Ansprüchean dasselbe aufzugehen, und so könnte das Gotteshaus durch sieund ihreFreunde" in schweren Schaden kommen. Auch trete ir>dann kein Edelmann mehr ins Kloster ein und so ginge demselbendie Mannschaft und schliesslich sogar die adeligen Lehensleute ab-Abt und Konvent bitten deshalb den Tapst, diesen faktischenZustand als zu Hecht bestehend anzuerkennen und die Umwandlungdes Klosters in ein weltliches Stift mit einem Propst, zwölf adeligen 20Chorherrn und sechs Vikaren auszusprechen. Damit würde eben-sowohl der Gottesdienst gemehrt, da ja bisher nur sieben oder achtHerren die Priesterweihe besassen, als auch der zeitliche Wohlstanddes Gotteshauses gefördert. Der jetzige Abt soll als gefürsteterund infulierter Propst eingesetzt und dein Kapitel für die Zukunft 25die freie Propstwald verbürgt werden. Wenn diese Änderunggenehmigt würde, so möge der Papst den Kardinal von Augsburgmit der Ausführung der Sache betrauen; andernfalls möge erwenigstens durch eine Bulle gebieten, dass niemand das exemteKloster beschwere und dass man es bei seinen Freiheiten und 80Herkommen lasse ohne Reformation.

Überraschend schnell fand die Angelegenheit ihre Erledigung,und zwar im Sinne der Bittsteller. Bereits unterm 14. Januar1460 richtete Papst Pius II. von Mantua aus, das damals ausAnlass des wegen der Türkengefahr ausgeschriebenen Fürstenkon- 35gresses auf längere Zeit der Sitz der Kurie war, 2 ) an den Bischof

') Vgl. oben S. Hol.

i Pius DL,' der am 22. Januar 1459 Rom verlassen hatte, verweilte inMantua vom 29, Mai 1450 bis 19". Januar 1460. Der Congress .selbst, dauerte