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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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Ursachen des Abfalls nach Joh. Trithemius. 333

Gunsten der Säkularisation vorgebrachten Gründe zu widerlegen:die den Klöstern bei gewaltsamer Einführung der Reform drohendeBefehdung durch den Adel (incursus vastantiuni, incursiones mili-tum, guerras, bella et vastationes inimicorum), l ) malum regimen

o abbatum, exactiones principuni, augmentum cultus divini; inBeziehung auf die zwei letzten Punkte erklärt er, es sei geradezueine Beleidigung der doch dem Orden des hl. Benedikt so gewo-genen Fürsten und ausgemachte Heuchelei, wenn da vorgebrachtwerde:Si transferatur.....tale coenobium in ecclesiam sae-

10 ciliarem, maxime cultus inde augeretur divinus, faciet prineipesRomanae ecclesiae semper obnoxios, pacem in cireuitu populis etChristiani nominis maximum parabit honorem." 2 ) Endlich weistTritliemius die besonderen Vorwändc der adeligen Konvcntualen zu-rück 8 ) und erklärt als letzten und wahren Grund die Schlechtigkeit der

15 Mönche, die sich durch die Umwandlung einfürallemal der zuge-muteten Reform zu entziehen suchten:ex malis claustralibus factisunt canonici peiores," lautet, sein ständiger Refrain, sooft er aufeine Translation zu sprechen kommt. 4 )

et ibidem raunt (sie) muri temporales." Bekannt ist das Wort des UlmerDominikaners Felix Fabri von den Klöstern Bebenhausen und Reichenau:indies decrescebant in temporalibus, -quia spiritualia iam diu desierant florere"(Tractatus de civitate Ulmensi p. 25; ähnlich Fabri 1. c. p. 163 über KlosterElchingeil). Bin treffendes Beispiel für den raschen Aufschwung eines refor-mierten Klosters (Melk?) gibt Martin von Senging bei Beruh. Pez, Biblioth.ascet. VIII 527 : vor der Reformation habe dasselbe trotz guter Jahre höchstens14 ungebildete Mönche ernähren können; jetzt leben dortselbst trotz Misswachsesund hoher Steuern mehr als 70 Beligiosen. Vgl. auch Bosserts Äusserungüber dieWechselwirkung zwischen geistlichem Leben und zeitlichem Wohlstand mitspezieller Anwendung auf die Geschichte des Klosters Comburg in: Württ.Franken NF. III (1888), 137.

') Nicht glücklich ist das Gegenargument des Trithemius, solches könneweltlichen Chorherren ebensogut als Mönchen zustossen; denn gerade dieReformfrage war es, welche manche Klöster in ernstliche Gefahr seitens des ander Erhaltuno- des bestehenden Zustandes interessierten Adels brachte. Hier nurzwei Beispiele von vielen: Linneborn, Ein 50jähriger Kampf (1417 bis ca. 1467)um die Reform und ihr Sieg im Kloster ad sanetum Michaelem bei Bamberg,in StudMittBenCist. XXV, 252-265. 579-589. 718-729. XXVI, 55-68. 247bis 254. 534545- Weigcl, Gebrechen und Reformen im Frauenkloster PredigerOrdens zu Rothenburg o. d. T. in: Beiträge zur bayer. Kirchengesch. hsg. vonKoldc XIII (1907), 49-83. 205-226.

=) Busaeus 1. c. p. 822.

a ) 1. c. p. 817.

4 ) Z. B. Amiales Hirsaug. II, 360. Bei solchen Urteilen darf jedoch diezu Übertreibungen neigende Tendenz des Schriftstellers nicht ausser acht