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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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332 Erster Teil. III. Kap. Abfall vieler Benediktinerabteien.

Eiferer für die Besserung des Klosterwesens manche Übertreibungund unberechtigte Verallgemeinerung zu gute halten. Die für dieUmwandlung der Klöster geltend gemachten Gründe, so führtTrithemius aus, seien unwahr, am allermeisten die angebliche Ver-armung (paupertas et ruina coenobiorum), die unter den causae 5translationis immer die erste Stelle einnahm.Quid paupertatemallegatis, qui divitias maximas possidetis?"') Selbst wenn dieserGrund zuträfe, so wäre gerade die Annahme der Reform, dieRückkehr zur alten strengen Regel das beste Mittel, aus derArmut herauszukommen, wie denn auch bereits manche reformierte 10Klöster wirtschaftlichen Aufschwung genommen hätten.Cur pri-vatas contra regulam possessiones ad communem usurn non redi-gitis? Dum enim unusquisque marsupium suum diligit, Statuscommunitatis cadit. Si autem seeundum regulam, quam professiestis, sine proprio viveretis, Domino providente omnibus abunda- 15retis divitiis. Sed vos neglectis spiritualibus voluptati carnisoperam impenditis, propterca ad egestatem temporalium rerum de-venistis." s ) In gleicher Weise sucht Trithemius die andern zu

p. 806-839, nach welcher Ausgabe der Einfachheit halber zitiert wird. InBetracht kommt besonders das 4. Kapitel:Contra eos qui se ab ordine trans-ferunt vel iam dudum se transtulerunt." Für dasselbe Hirsauer Provinzial-kapitel vom April 1493 (nicht 1492) hat der Tübinger Theologo EonradSummen hart auf Ansuchen eines gewissen Abts seinenTractatulus exhor-tatorius super decem defectibus virorum monasticorum" verfasst. Die Abhand-lung (von Summenhart übrigens nicht selbst auf dem Kapitel vorgetragen) ent-hältein sittengeschichtlich wichtiges Kulturbild" (Hermelink, Die theologischeFakultät in Tübingen vor der Reformation [1906] S. 158). Im Unterschied vonTrithemius bewahrt Summenliart nach LinsenmannsUrteil (Konrad Summenhart [1877]S. 90; vgl. die a. a. 0. S. 6976 aus der Schrift gemachten Mitteilungen)nicht nurdie edle gemessene Form, sondern vermeidet auch hinsichtlich der sachlichenBemerkungen jede (?) Unbilligkeit und Übertreibung."

') Busaens p. 821. Im übrigen bestreitet Trithemius [1. c. p. 821 s.] das Vor-handensein dieses Grundes bei sechs ihn speziell interessierenden säkularisiertenKlöstern der Mainzer Provinz, unter denen Ell wan gen(Quid dicam deElwangeu,insigni quondam coenobio, cuius divitiae prineipi possent sufficere?") und Com-bi! Tg (Nuinquid propter paupertatem coenobium Cambergense ab ordine dimem-brari debuit, quod in hodiernum diem omnia monastcrisi. illius provinciae divitiisexcedit?") nicht fehlen.

*) 1. c. p. 822. Es ist das ein im allgemeinen durchaus zutreffender Lieblingsgcdanke der Reformfreunde. Ebenso Trithemius 1. c. p. 817 undNikolaus von Siegen ed. Wegele p. 441 (zum .1. 1446): Armut herrschepre-cipue in his monasteriis, ubi nee vita monastica sive ordo monasticus observatur.Nee mirum: nam ubi cadunt muri spirituales, necesse est immo ut in plurhiiiun