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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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326 Erster Teil. II. Kap. Reformbewegung im 15. Jahrhundert

in demselben gotzhuse zu Elwangen gehalten werden solle,damit der gotzdienst an demselben ende nit so gar nidergelegtund daz closter also verderbt werde, als dann wol geschehensein moebt, wa das nit solt werden furkonimcn," bat derKirebenfürst den Schirmherrn, ihm zu vergönnen, zwischen 5Abt Jobann und dem Konvent einen gütlichen Tag zumachen, was ihm bewilligt wurde. Mit Zustimmung des Abts undKonvents unterzog sich der Kardinal der Aufgabe und entschied,dass in dem Kloster zu Ellwangenein erber sparung" (vom Sonn-tag Invocavit [10. März] 1454 an die nächsten fünf Jahre dauernd) 10und closterlich wesen fnrgcnominen und gehalten werden"solle. ') Für sein Vorgehen ist es bezeichnend, dass er nichtauf seine speziellen Befugnisse als päpstlicher Visitator Be-zug nimmt, 2 ) sondern ausschliesslich auf die Erlaubnis, die ihmder Schirmherr des Klosters auf sein Ansuchen bewilligt hatte.') 15Sodann springt die grosse Milde der neuen Ordnung in die Augen.Kardinal Peter, in dessen Charakterbild kluge Rücksichtnahme undpersönliche Milde eine hervorstechende Eigenschaft bildet, forderte,was unter den obwaltenden Verhältnissen und bei Berücksichtigungder staatsrechtlichen und sozialen Stellung der gefürsteten Abtei 20und des adeligen Konvents zunächst zu erreichen war, und ver-zichtete darauf, auf Rückkehr zur alten Strenge der Ordensregel imSinne der Melker oder Bursfelder Observanz zu dringen.

Was er von den Konventualen fordert, ist so ziemlich dasMindestmass dessen, was zumklösterlichen Wesen" gehört: Klausur, 25gemeinsame Mahlzeiten mit Tischlcsung, gemeinsames Dormitorium.Wichtig war die Wiedereinsetzung eines Dekans, dem die Konven-tualenin allen geistlichen Dingen" Gehorsam erweisen sollen ; dennsicherlich sehr zum Schaden des geistlichen Lebens war die Dekaneiseit der Sparung von 1445 suspendiert gewesen.') Die auf eine 30

') Ich habe die Reformation Peters teils wörtlich teils auszugsweise imSchwäbischen Archiv 1909 Nr. 6 S. 8688 veröffentlicht. Die Handschriftist undatiert; doch ist die Zeit zwischen 11. Oktober 14515 und 10. März 1454ohne, weiteres gegeben, auf den Anfang des Jahres (Januar oder Februar) 1454führt der Termin für den Beginn der Sparung (10. März 1454).

a ) Vgl. oben S. 316.

8 ) Ob der Kardinal selbst die Initiative ergriffen hat, muss dahingestelltbleiben. Die höfischen Ausdrücke Schliessen nicht aus, dass er mehr einem vonSeiten des Abts (und Konvents) oder des Schirmherrn an ihn gerichteten Ansuchenund Auftrag gefolgt ist.

4 ) Vgl. oben S. 301'.