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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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Keformversuch des Kardinals Peter von Schaumberg 1454. 325

teilt Graf Ulrich dem Abt Johann mit, dass er der Täding halbeneinen neuen Tag fürgenommen und die Seinen gen Ellwangen aufSonntag nach Allerheiligen nächst kommend (4. November) zuNacht, beschieden habe, die Sachen fürzunehmen als sich nach

5 laut der Täding gebühren würde. 2 ) Über diesen Tag zu Ellwangen,der durch die Beteiligung der refbrmeifrigen Äbte von Hirsau undWiblingen unser Interesse erregt, liegen jedoch keine Nachrichtenvor, und es ist nicht ausgeschlossen, dass er überhaupt nicht zustandegekommen ist. -)

10 Wie dem sein mag, kurze Zeit später, zu Anfang des

Jahres 1454, wurde von einer andern Seite her ein Versucli gemacht,nicht bloss die Schuldenlast der Abtei und des Konvents durcheine neue fünfjährige Sparung nach und nach abzutragen, sondernauch die gänzlich zerfallene klösterliche Zucht einigermassen wieder-

15 herzustellen. Der neue Versuch gingvoiiKardmalPeter vonSchaum-1) erg, dem Diözesanbischof und eifrigen Förderer der Klostcrreforin,'aus.Als wol billich ist geneigt zur furdrung und uffenthalt gottes dienst, undsunder in dem closter zu Elwangen, nach dem daz so wirdig und groszherkommen ist," und von Mitleid gerührt ob dessengrosz mereken-

20 lieh gebrechen und scheden," um derentwillen Graf Ulrich zuWirtemberg als ein Schirmer und Versprechervil arbait, kost undmüe mit gutem vlysz daruff gelegt hat, daz ein unrecht redlichr e formacion oder s p a r u n g und closterlich w e s e n

(das Konventssiegel ist abgegangen); Fasz. 30. Am selben Tag ver-schrieb sich Johann von Hürnhcim, Abt des Gotteshauses zu Ellwangen, wieseine Vor"-;inger Albrecht IV., Sifrid und Johann I. gegen Graf Ulrich zuWirtemberg huldet und schwört ihmliplich zu got und den heiligen . . . eineneyde mit uffgebotten banden und mit geirrten Worten in für unsers gotzhussund aller der unsern rechten herrn und schirm er zu haben und keinen andernschirm zu suchen und im offnung zutunde, getruw und gewertig zu sinde" inaller Weise wie es der Brief Albrechts IV. vom 1. Februar 1392 ausweist;Orig.Perg. mit anhängendem grossen Abteisiegel in Fasz. 30. Die von mirgesperrten Worte machen es begreiflich, wenn auch Markgraf Albrecht, vonBrandenburg den Grafen Ulrich alsHerrn" der Stadt Ellwangen undSchinner des Klosters bezeichnet, (oben S. 285, 27; anders Papst Pius II: S. 1»,24); vgl. OAKUwangen S. 440; WVjh. 1908 S. 171.

') Auch Ritter Ulrich von Kochberg schreibt am 17. Oktober aus Kirch-heim (?) dass ihm der Abschied zu Stuttgart wohlgefalle und dass er auf denneuen Tag (zu Ellwangen) kommen und nicht ausbleiben wolle.

*) Man darf das vielleicht aus dem Umstand schliessen, dass in derReformation des Kardinals von Augsburg (Schluss) wohl die, StuttgarterAbmachungen vom 11. Oktober, nicht aber auch die Ellwanger erwähnt, werden.