•320 Erster Teil. LL Kap. Reformbewegung im 15. Jahrhunderfc.
Art, die <lcn Bischof seit 1450 mit Ellwangen verbanden.Im genannten Jahre nämlich reiste Peter von Schaumberg ausAnlass des Jubiläums nach Rom. Während seines Aufenthalts ander Kurie, der vom 18. April 1450 bis zum 27. Februar desfolgenden Jahres währte, 3 ) erhielt er aus der Hand Nikolaus V. 5den roten Hut und erwirkte sich vom Papst noch einige besondereVergünstigungen und Gnaden, darunter die, dass ihm zwei Klöster,je eines in der Augsburger und in der Konstanzer Diözese, die inden päpstlichen Monaten in Erledigung kämen, als Kommendenauf Lebenszeit zugesprochen wurden. Zufällig traf es sieh, dass mbald hernach die Fürstäbte von Kempten und Ellwangen mit Todabgingen; 2 ) so konnte der Kardinal auf die beiden angesehenstenund reichsten Klöster der beiden Nachbardiözesen Anspruch erheben.Infolge des Widerspruchs der adeligen Mönche der beiden fürst-lichen Stifter, die ihr freies Wahlrecht gewahrt wissen wollten, 15musste er freilich in beiden Fällen auf die Abtei selbst verzichtenund sich mit einem Leibgeding abfinden lassen."') Trotzdem
') Euhel, Hierarchia catholica medii aevi II, 32 Nr. 112 und 119.
'-') Johann von Bolzingen, Abt von Ellwangen, starb am Kl. Januar 1452(also in einem päpstlichen Monat).
'■') Der AugBburger Chronist Hector Mulich schreibt zum J. 1451 (Chronikender deutschen Städte XXII, 107): „In der weil starb der Abt von Kempten undder Abt zfi Ehvangen und lieft der cardinal zu Rom erlangt, das im die zwoahtei in abseilt! dienen sollen: aber die cliister betädigten, das sie dem cardinalain leipting gaben." Vielleicht nach Mttlich schreibt Khainm, Auctar. p. tu Nr. 11(1:
..Kodein anno 1450 Petrus de Schaumberg.....Romae a Nicoiao V. cardina-
litinm galerum, una commendam monasteriorum Campidonensis ac Elvacensisobttnuit. AI ex llalia in Germaniani redux, illustrihus amhorum monasteriorumreligiosis monachis agentibus, liberam potestatem eligendi ex suis religiosisabbaten) et principe™ eis concessit, compensatione peeuniaria contentus" (vgl.derselbe, Hier. Aug. I, 281 s. Nr. 12). Der Streif um die Abtei Kempten(1451-55) ist von .loh. B. Haggenmüller, Geschichte der Stadt und dergeforsteten Grafschaft Kempten I (1840), 306—814 quellenmassig dargestellt;vgl. auch Baumann, Gesch. des Allgäu II, .-177 ff. Den Streit um die AbteiEllwangen werde ich unter besonderer Berücksichtigung der StellungnahmePeter von Schaumbergs in Bälde an anderem Ort einlasslicher behandeln, als esin diesem Zusammenhang möglich gewesen wäre; in den bezüglichen Akten desStaatsarchivs, die kürzlich noch durch einige in Privatbesitz befindliche Stückevermeint wurden, ist freilich von Verhandlungen über eine dem Kardinal alsAbfindung zu zahlende Pension nicht die Rede. In der von Kuhel veröffent-lichten, übrigens, wie der Herausgeber selbst bemerkt, nicht vollständigen Nisteder während der Jahre 1431—1503 in commendam verliehenen Abteien(StudMittBenCist. XXI, 3-15) kommt obige Vergebung von Ellwangen undKempten nicht vor. — Ausserdem — oder, wie mir wahrscheinlicher dünkt, an Stelle,