318 Erster Teil. II. Kap. Reformbewegung im 15. Jahrhundert.
kein Teil seine Ansprüche aufgeben wollte und eine Einigung nichtzu erzielen war, unterblieb schliesslich der Anschluss der Klösterdes Bistums Augsburg an Bursfeld. 40 ) Ging somit dieser Wunsch
Orden und Kongregationen, was in der Folge zu manchen Reibereien /.wischenden Klöstern und den Bischöfen Anläse gab. Vgl. Linneborn a. a. 0. 8.281t'.;Aug. Bttfner, Das Rechtsinstitut der klösterlichen Exemtion in der abendländ.Kirche S. 106 ff. Übrigens brauchte nach dieser Bulle die Kongregationdie Zustimmung der Bischöfe zum Anschluss neuer Klöster nicht einzuholen (Linne-born a. a. 0. S. 808 *); begreiflicherweise wird man sieh jedoch auf dieses letzterePrivileg für gewöhnlich nicht versteift haben. — Bischof Peter von Augsburggestattete am 11. Mai 146s seinem Diözesaukloster Anhausen a. d. Brenz dieVereinigung mit der Bursfelder Kongregation unter Vorbehalt der
bischöflichen Hechte (,,1't vos.....valeatis ordinacionibus, constitucioni-
hus et privilegiis venerabilium et religiosorum patrum domini abbatis el con.veutus monasterii Bursfeldensis 0. S. B. Magnnt. dyoc. submittere, absque tarnenpreiudicio nostro et successorum nostrorum quantum ad iurisdictionem ordina
riain ......concedimus f'acultatein"; die Urkunde gedruckt hei Steichele
a. a. (). [s. oben S. 317'] 8. 332 f. Nr. 137, vgl. S. 230). Ohne Zweifelscheiterte die Inkorporation von Anhausen an dieser Klausel (vgl. die folgendeAnmerkung).
*°) Bald nach Peters Tod, am 8. Januar 1470, richteten die Abte vonvier reformierten Klöstern seiner Diözese (St. Ulrich und Afra zu Augsburg,Elchingen, Anhausen und Tierhauptcn) und der Abt von Wäblingen ein Rund-schreiben an sämtliche Benediktineräbte in der Provinz Salzburg und derDiözese Augsburg, das für die Geschichte der Reformbewegung von grosserWichtigkeit ist (gedruckt in Mon. Bo. 23, 549- f>52). Her Hauptinhalt ist folgender:In Ansehimg, dass das klösterliche; Lehen in den Klöstern ihres Ordens iustarken Zerfall geraten und die neuerdings in den meisten Klöstern eingeführteObservanz sehr grossen Schwierigkeiten und Hindernissen begegnet und deshalbmancherorts wieder aufgegeben worden ist, erscheint es angezeigt, da.ss die-jenigen Ahte, die Freunde der Reform sind, nach dem Vorbild der Bursfelder,denen sich anzuschliessen ihnen bisher trotz vielfacher Versuche nicht gelungenist („quibus quamvis crebrius attemptaverimus uniri eorumque capitulis suhiciatque cerimonias assumere, obstiterunt tarnen plurima, propter que usque huc ineffectum deduci iiequiverit-'i, häutiger zu gemeinsamer Beratung zusammen-kommen; sodann werden sofort bestimmte Vorschlüge gemacht (allgemeine Ein-führung der Melker (Observanz — „observanciam regulärem iuxta modum monasteriiMollicensis, a ipio originem reformacionis traiisdiixiiims" — und des Melker Breviers ;alljährliches Kapitel und jährliche Visitation aller Klöster), über die auf einemTag zu Freising am Dienstag nach lnvocavit (13. März) Beratung gepflogenwerden soll. Einige in der Literatur noch nicht beachtete Schreiben der AbteMelchior von St. Ulrich in Augsburg, Abt Konrad von Tegernsee, Johann vonMelk und der Vorsitzenden des Generalkapitels von Bamberg 1467 über die inden sechziger Jahren eifrig betriebene, aber nie zustandegekommene Gründungeiner Melker Kongregation bezw. Vereinigung der drei Observanzen (Kastl, Melkund Bursfeld) bei B. Pez, Biblioth. a.scef, VT] I, 603-628; vgl. auch Berliere,