Peter von Schaumberg und die Bursfelder Kongregation. 317
von Elchingen zur Visitation und Wiederherstellung des Klosters;sie walteten ihres Amtes unnachsichtlich, den unwürdigen Abt trafAbsetzung und lebenslängliche Einkerkerung.')
Gerade damals tat der Kardinal einen Schritt, der für die
5 innere Entwicklung der Benediktinerklöster seines Bistums vongrösster Bedeutung- werden musste: er erstrebte für sämtlicheKlöster dieses Ordens den Anseliluss an die überall siegreichvordringende und höchst segensreich wirkende Kongregationvon Bursfeld und die Einführung der strengen Bursfelder Obser-
10 van/. 2 ) So rasch und leicht jedoch, wie sich der Kirchenfüfst dieSache gedacht haben mochte, war dieser Anschluss nicht zu voll-ziehen ; wiederholt wiesen die Jahreskapitel der Bursfelder Anträgeauf Inkorporierung zurück, bis der vorgeschriebenen Form in allemGenüge geschehen war. 8 ) Überdies stand der Inkorporation der
15 augsburgischen Klöster an die Bursfelder Kongregation ein schwer-wiegendes Hindernis im Weg, an dem dieser von Bischof Beter ernstlichbetriebene Plan zuletzt seheitern musste: es war die der Kongregationvon Papst Pius II. im Jahre 1458 generell verliehene. Exemtion,während Peter nicht gesonnen war, auf* sein Aufsichtsrecht gegenüber
20 den Benediktinerklöstern seines Sprengeis zu verzichten. 1 ) Da
') Geschichte des Klosters A(n)li:uisen a. d. Br. von A. Steichele indessen Beiträgen zur Geschichte des Bistums Augsburg I (1850), 113 — 354; vgl.S. 224 f. — Georg von Sontheim, als Abt von Anhausen der zweite diesesNamens, soll 1446 die Abtei angetreten haben (Steichele a. a. 0.; OAHeiden-licim 8. 150). Da jedoch sein Vorgänger Nikolaus, der nach dem Württemberg.Dienerbuch hsg. von Eb. Em. von Georgii-Georgenau (1877) S. 251 im Mai 1446gestorben sein soll, noch im September dieses Jahres urkundlich bezeugt ist(Steichele a. a. Ü.), so dürfte 1446 als Anfang seiner Eegierung nicht feststehen.Damit ergibt sieli die Möglichkeit, den Abt von Anhausen mit. dem Ell wangerKonventualen Georg von Sontheim, der 1441 und 1447 als Propst vonWiesenbach vorkommt (OAEllwangen S. -188') und später in Ellwanger Quellennicht mehr erwähnt wird (insbesondere wird sein Tod, der vor I4G0 fallenmusste im ('hron. Elvac. nicht vermerkt), zu identifizieren.
'-') R. Hay, Astrum inexfinetum [s. oben S. 314'] p. 230 berichtet,nach den Bursfelder Kapitelsrezessen: „anno 1404 Episcopus Augustanus inannali capitulo Bnrsfeldiae celebrato petiit abbates et monasteria suae dioecesisad unionem reeipi nonnullosque patres in suam dioecesin deputari, qui obser-vantiam introducerent."
:l ) Ober die bei der Inkorporierung beobachteten formen vgl. Linnebornin SfcudMittBenCist. XX, 307 f.
J ) Durch die Bulle H.egis paeiflei vom 0. März 1458 wurden alle von denfrüheren Päpsten der Congregatio s. Justinae in Italien gewährten Privilegienauf die Bursfelder Kongregation übertragen; sie zählte damit zu den exemfen