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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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316 Erster Teil. II. Kap. Reformbewegung im 15. Jahrhundert.

er in dieser Richtung ernstliche Anstrengungen, die freilich, jedochohne seine Schuld, nicht zum erwünschten Ziele führten. 1 ) Hattesich doch der Kardinal im Jahre 1456 von Papst Kalixt IL, die ihmschon von dessen Vorgänger Nikolaus V. gewährte uneingeschränkteVollmacht zur Visitation und Reformation aller Stifter und Klöster 5seiner Diözese, auch der exemten, insbesondere der Abteien Füssenund Ottobeuren, erneuern lassen, weil er, obschon er bisher allenFleiss aufgewendet, doch infolge des von manchen geleistetenWiderstands seinen Auftrag nicht hatte zu Ende führen können. 2 )Auf der am 10. Mai 1452 in der Domkirche zu Augsburg abgehaltenen ioDiözesansynode erliess Peter von Schaumberg an sämtliche Bene-diktinerklöster seines Bistums unter Androhung kirchlicher .Strafendie Aufforderung, die vom Kardinallcgaten Nikolaus von Cusa aufdem Generalkapitel zu Würzburg (Mai 1451) angeordnete Reformdurchzuführen, und kündigte zu diesem Zweck eine allgemeine 15Klostervisitation an. 3 ) Am 5. September 1454 wiederum gebot erden Benediktineräbten seines Sprengeis, die vom Provinzialkapitelabgeordneten Visitatoren aufzunehmen; am 11. Dezember desselbenJahres erteilte er als Ordinarius den Beschlüssen des Provinzial-kapitels von Seligenstadt (li). Mai 1454) seine Bestätigung. 4 ) Zu \>oeinem strengen Einschreiten gab im Jahre 1464 das Kloster An-hausen an der Brenz (OA. Heidenheim) Anlass, dessen Zuchlund Ordnung sich unter der schlechten Verwaltung des Abts Georgvon Sontheim gänzlich aufgelöst halte. Im Verein mit dem Herzogvon Bayern als dein Schirmherrn schickte Kardinal Peter Mönche 26

p. 164 ss. nähere Nachrichten. Bald wurden von Elchingen aus andere Klösterreformiert. Mit Wiblingeu gehörte Elchingen zurunio Melicensium (Hay,Astrum inextinetum 1. c. |oben S. 314']).

'i Felis Fabri I. c. p. 173 sagt, dass Kardinal Peter bei seinem Versach,das iin Geistlichen und Zeitlichen herabgekommene Kloster zu reformieren, ange-sichts der entgegenstehenden Schwierigkeiten zurückgeschreckt sei (sed diffl-cultatem videns destitit"). Tatsache ist, dass er kräftige Versuche zur Itefor-mation machte, aber nicht durchdringen konnte, weil sein Eingreifen die Reichs-unmittelbarkeit des Klosters vielleicht nicht mit, Unrecht zu bedrohenseinen und deshalb unüberwindlichem Widerstand begegnete; vgl. KL. II, 1190;Baumann, Geschichte des Allgäus II, 889 ff.; s. auch die folgende Anmerkung.

: ) Kin Transsumt der Bulle Kalixts II. vom 9. November 1456, d. Augs-burg 1458 März 23, in Mon. Bo. 33, 506512. Vgl. Braun, Bischöfe III, 13 f.

:l )Exhortacio ad religiosos ut- suam regulam servent" in Mon. Bo. 16,660 s. (dieses Stück fehlt in der Ausgabe bei Braun, Notitia bist.-lit. IV,161173). Über Peters Synoden Vgl. oben S. 84-.

') Rev. Ben. XIX, 48 s.