Kardinal Peter von Schaumberg, Bischof von Augsburg. 313
tisch „mit Brot und Kost als das herkommen ist versehen," auchvon der Oblay und den Konventsämtern jedem Konventualen „seinHerrenpfründ an Geld und Getreide" nach der für die Zeit derSparung getroffenen Festsetzung geben und die Ehehalten ordent-5 lieh ausrichten.') Auf Fragen der klösterlichen Disziplin gehtdiese Ordnung, die nur eine „Sparung" sein will, so wenig ein alsihre Vorgängerin.
Angesichts der geschilderten Verhältnisse, der Abneigung desAbts und Konvents und ihrer gegenseitigen Misshelligkeiten sowie
10 der feindseligen Gesinnung des hinter beiden stehenden Adels,konnte eine Reform des klösterlichen Wesens nur von aussen herkommen. Die Grafen von Württemberg taten als Schirmherrenihr Möglichstes., um auch in dieser Beziehung eine Besserung anzu-bahnen, wie ihr Gesuch ans Konzil von Basel zeigt. Doch war
15 ihnen hierin kein Krfolg beschieden, während ihre fortgesetztenBemühungen um die ökonomische .Seite der Reform, um geordneteVerwaltung des Abtei- und Konventsvermögens und möglichsteSparsamkeit, sehr heilsam wirkten.
Umsomehr erregt die bezügliche Tätigkeit des Bischofs
20 von Augsburg unser Interesse. Um sie recht zu würdigen, istes jedoch notwendig, sein Verhalten zur Reformbewe-g u n g i ni B c n e dikt i n e r o r d e n ü b e rli a u p t zu berück-sichtigen. Ziemlich reichlich lliessen die Quellen, welche unsdavon berichten und ausser Zweifel stellen, dass Peter
25 von Schaumberg persönlich ein überzeugter Freund derReform war und sie in seinem Bistum nach Kräften förderte.*)
') Orig. Perg. (oben S. 301"), Pasz. 30; Abschrift im Diplomatar „Nr. 4"is. vorletzte Aniu.i Fol. 1; vgl. OAElfwangen S. 440.
2 ) Peter von Schaumberg [nicht Schaumbarg], Bischof von Augsburg1424—69, von Bugen IV. am 18. Dezember 1439 zum Kardinalpriester S. Vi-talin ernannt, „ein bedeutender Mann in der kirchlichen Politik zur Zeit desBaseler Concils, am Hofe Friedrichs IM. in die Geschäfte eingreifend und mitdem Piccolomini in vielfachem Verkehr'' (G. Voigt, Wiederbelebung des klas-sischen Altertums Il ;1 11893], 304), hat noch keine Biographie gefunden; vgl.Braun, Bischöfe von Augsburg HI, 1—61; die Artikel in Allgem. deutsche Bio-graphie XXV, 462 ff. und KHL. II, 144.") f. — Die folgenden Angaben über PetersKef'ormtätigkeit machen auf Vollständigkeit keinen Anspruch und beschränkensich auf den Benediktinerorden. Über das gleichfalls zur Melker Observanz ge-hörende Kloster Bchenbrunn hei Gundeltingen (Keiblinger S. 644) stand mir dieLiteratur nicht zur Verfügung. Nebenbei mag erwähnt werden, dass BischofPeter im J. 1441 im Dominikanerinnenkloster zu St. Katharina in Augsburgeine strengere Ordnung (vor allem die ewige Klausur) einführte (Braun a. a. 0.