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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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298 Erster Teil. I. Kap. Verfall des Klosterwesens.

zu bringen 1 ). Doch trug sicherlich die schlechte Verwaltung undsittliche Entartung der Mönche nicht allein die »Schuld an diesen

Ellwangen schon um die Mitte des 18. Jahrh. vollzogen wurden war(WUB. V, 310). Eine Inkorporation grossen Stils, teilweise freilichnur die Bestätigung- der bereits früher von den betreffenden Bischöfenvollzogenen Inkorporationen (s. oben), erfolgte im .T. 1379 durch den LegatenUrbans VI., Kardinal l'ileus; sie betraf folgende 20 Pfarrkirchen: Bühlerfann,Ellenberg, Stbdüen, Neuler, Rohlingen, Pfahlheim (sämtliche im OA. Ellwangen),Abtsgmünd, Adelmannsfelden, liefen, Ilüttlingen, Unterkochen (diese im OA. Aulen),(Ober-)Piscliach und Eschach <>A. Gaildorf, Appetshofen bayer. AG. Nördlingen,Laub bayer. AG. Ottingen, Wiesenbach, Neckargemünd, Spechbach (diese bad.HA. Heidelberg), Schriesheim bad. HA. Mannheim, Ostringen bad. I3A. Bruchsal;Abschrift der Inkorporationsurkunde im DiplomatarTomus XVI" Fol. 174 bis178 (vgl. OAEllwangen S. 488). Einige Pfarrkirchen scheinen wie Klosterämteran Konvcntualen verliehen worden zu sein, so ausser den mit Pfarreien Ver-bundenen Propsteien (s. oben S. 5 ; ) bis 1384 Neuler (OAEllwangen S. 448);auch der a. a. 0. S. 44'J zum .1. 1397 erwähnte Kirchherr Seyfried vonSpechbach, vielleicht auch der Bühlertanner Pfarrrektor Kuno von Gundelfingen(a. a. 0. S. 550 zum J. 1347) dürften Ellwanger Konvcntualen gewesen sein.') Eine vorübergehende Besserung muss immerhin Ende des 14. Jahr-hunderts eingetreten sein durch die verdienstvollen Bemühungen des KellersKraft von Killingen, der seit 1367 bis zu seinem Tode (1399 August 18) währendmehrerer aufeinander folgenden Sparungen Pfleger des Klosters war und vonden Zeitgenossen alsquasi novus restaurator et fundator" desselben gefeiertwurde (Chronic. Elvac. zum J. 1399, (iicfcl p. 43). Doch dauerten die Sparungennoch bis 1410 fort und wurden unter dem zweitnächsten Abt (Johann von Hol-zingen) wiederholt. Zur Erklärung der gänzlichen Zerrüttung des Vermögensdienen die Ausführungen Linneborns (Zustand der westfäl. Kleister S. 23f.), dieauch für Ellwangen volle Geltung haben:Die ganze damalige Wirtschaftsformerschwerte eine richtige Ausbeutung des Grundbesitzes der Klöster. Selbst-bewirtschaftung durch Laienbrüder kannte man nicht mehr; die Klostergüterwaren vielmehr verpachtet; die Pächter lieferten die fälligen Geld- oder Korn-renten unregelmässig ah. Trotz der Vorschriften der Bischöfe und der Ordens-kapitel wurde die Form der Emphytcuso bei den Verpachtungen mehr und mehr

herrschend, wodurch das Eigentumsrecht allmählich verloren ging..... Die

Teilung des Einkommens hinderte eine einheitliche Kassenführung und Bei-treibung der Gefälle. Jeder Teil [Abt und Konvent] rechnete für sich und

suchte seinen Vorteil.....Dort, wo den einzelnen Mönchen bestimmte Güter

zugewiesen waren, war eine einheitliche Rechnungsführung überhaupt nichtmöglich und damit eine Zersplitterung des Besitzes angebahnt. Am meistenlitten jedoch die Wirtschafts- und Klostergebäude. Weder der Abt noch der

Konvent hatten ein direktes Interesse daran, sie in Stand zu setzen.....

Darum verfielen Wohnungen, Wirtschaftsgebäude und seihst die Kirchen immer

mehr.....Gerade die früher reichsten und vornehmsten Klöster waren durch

den Reichtum, der zur Verschwendung reizte, und durch die Beschränkung aufdie adligen Mitglieder die ärmsten geworden, wie hier auch die Zucht am meistenverfallen war."