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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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Ellwangen seit der Mitte des 14. Jahrhunderts. 297

seiner Erklärung müssen auch so ziemlich alle vorhin erwähntenUrsachen in Anschlag gebracht werden. Im einzelnen mag schonhier darauf hingewiesen werden, dass das Kloster seit unvordenk-lichen Zeiten ausschliesslich Adelige aufnahm und anerkannter-

5 massen eine Versorgungsstätte der schwäbischen und fränkischenRitterschaft war. Im Zusammenhang damit war die Aufnahmebeschränkt worden. Nach dem Statut vom 25. Juni 1352 wurdedie Zahl der Konventspfründen auf höchstens zwanzig festgesetzt;tatsächlich wurde auch diese Zahl während des letzten Säkulums

10 wohl nie erreicht, jedenfalls blieb in den letzten Dezennien vor derUmwandlung der wirkliche Personalstand weit hinter dem gesetz-lichen Ansatz zurück. 1 ) Trotzdem war der Vermögensstand . desreich begüterten Klosters seit dem Regierungsantritt des AbtsKuno II. andauernd der denkbar schlechteste; alleSparungen",

15 die dein jeweiligen Abt und Konvent aufgedrängt wurden, undauch die von den Päpsten, besonders von Urban VI., in freigebigsterWeise bewilligten Inkorporationen zahlreicher Pfarrkirchen 2 ) warennicht imstande, die zerrütteten Finanzen des Stifts in Ordnung

wichtige Punkte schilderte ich auf Grund der von mir wenigstens teilweisedurchforschten archivalisehen Quellen (in Betracht kommen hauptsächlich Fasz.30. 31. 87. 91) kürzlich imSchwäbischen Archiv" (Ravensburg) 1909 Nr. 6 und 78.81-88 und 105107:Beitrüge zur Geschichte des Benediktinerklosters Ell-wangen in der Zeit seines Verfalls." Zur allgemeinen Orientierung sei verwiesen aufdie Artikel Ellwangen in KL. IV, 413425 (von K. A. Busl) und KHL. 1, 1278und auf die neue Landesbeschreibung: Das Königreich Württemberg hsg. vondem K. Statistischen Landesamt III. Bd. .lagstkreis (1906) S. 104 ff.

') Der Personalstand des Klosters im .1. 1-160 wird im V. Kapitel dargelegtwerden. Bei derReformation" des Klosters im .1. 1384 begegnen nur 7(stimmberechtigte) Konventualen und 2 Novizen (OAEllwangen S. 448); in derInkorporationsurkunde von 1379 (s. nächste Anmerkung) werden 10 Konventualen(Kapitularen) namhaft gemacht. Bei der Reformation des Klostors Com bürg imJ. 1343 verordnete Bischof Otto Wolfskeel von Würzburg, dass wenigstens24 monachi conventualos ac clericales (jedoch zwei de puerilibus seu scolasticisniomichis für einen Priester oder Diakon gerechnet) im Kloster gehaltenwerden sollen auch wurde eine Erhöhung der Zahl für den Fall der Besserungder Finanzen vorbehalten (Mon. Bo. 40, 449 s.). Der Personalstand des KlostersEllwangen scheint übrigens schon gegen Ende des 13. Jahrb. ein niedrigergewesen zu sein. Bei der Verbrüderung mit St. Emmeram in Regensburg im .1. 1286erscheinen als Vertreter des Konvents der Dekan, 12 weitere Priester, 2 Diakoneet alii quam plures" (WUB. IX, 100 s.); doch fragt es sich, ob die Liste voll-ständig bezw. was unter denalii quam plures" zu verstehen ist.

2 ) Schon 13'28 waren dem Kloster die augsburgischen Pfarreien Unter-kochen, Rohlingen, Pfahlheim, Stödtlen und Ellenbcrg inkorporiert worden(OAEllwangen S. 577, vgl. S. 632), nachdem die Inkorporation der Stadtpfarrei