XXVII. Verleihung: der bischöfl. Kleidung an den Propst. 233
XXVII.
Verleihung der bischöflichen Kleidung an den Fürstpropst
von Ellwangen. 1625 März 1.Zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als eben die Unterhandlungen5 mit Bom wegen der Einführung des römischen Bitus und des Pro-prium Elvacense im Gang waren, 1 ) bemühte sich Propst JohannJakob Blarer von Wartensee (1(>21 — 1654) bei der Biten-kongregation für sich und seine Nachfolger um die Verleihung dervioletten bischöflichen Kleidung, ivelche die quasibischöfliche Stellung10 des exemten Fürstpropsts auch äusserlich zum Ausdruck bringensollte. Ohne Anstand wurde ihm der Gebrauch von violettem Talar(Soutane) und Mantelett' 2 ) sowie des Rochetts, des über dem Talargetragenen auszeichnenden Chorgewands des höheren Klerus, B ) gewährt.Ernstliche Schwierigkeiten erhoben sich dagegen hinsichtlich der Ver-ls leihung der bischöflichen Mozzetta- (Mozetta), eines „mit einerMiniaturkapuze" versehenen Schulterkragens von violetter Farbe,welcher vorn mittelst einer Beihe von Knöpfchen geschlossen wirdund eds „spezifisch bischöfliches Gewand," als Insigne der bischöf-lichen Jurisdiktion gilt. 4 )20 Die Akten'') berichten über den Verlauf der Angelegenheit
kurz folgendes. Eingeleitet wurden die Verhandlungen in Bom aufAnsuchen des Fürstpropsts durch Leo Alazius Vaticanae ecclesiae[l. bibliothecac] scriptor,*) der in der zweiten Hälfte des Februar
') Sie dauerten von ca. 1606 bis 1630; vgl. OAEllwangen S. 467,Hoeynch, Augsburger Liturgie S. 295'.
2 ) Es ist ein bis zu den Knien reichender, mit Armsehlitzen (nicht mitÄrmeln versehener) Mantel, den die Bischöfe ausserhalb ihrer 'Diözese anstattder Mozzetta tragen; vgl. KL. VIII, 1969.
3 ) Über das Itochett und seinen dreifachen Unterschied vom supcrpelliciumvgl. J. Braun, Liturgische. Gewandung S. 125—135.
*) Über die Gestalt und das Alter der Mozzetta vgl. J. Braun a. a. 0.S. 367f.; KL. VIII, 1968 ff.; KHL. II, 1049.
5 ) Ein Büschel Acta die Kleidung D. D. Praepositi betr., welche PropstJohann Jacob von Rom erhalten in anno 1025 im StFA. Ludwigsburg liep.Nr. 14, K. 19 F. 1. Über die Verhandlungen orientiert eine Zusammenstellung(Memoriale) Extractus quid ratione certi babitus Romam et e contra Elvacumfuerit scriptum, angefangen den 22. Februar 1623 und vollendet den 27. Juli 1624.
") Es ist das der berühmte spätere Kustos der vatikanischen BibliothekLeo Allatius: derselbe leitete 1622/23 die Überführung der Palatina vonHeidelberg nach Rom. Sowohl auf dem Hinweg (8. Dezember 1622) als aufdem Bäckweg (21. Februar 1623) passierte er Ellwangen und war Gast des