234 XXVII. Verleihung der bischöfl. Kleidung an den Propst.
1623 von Heidelberg über Ellwangen nach München reiste; fortge-setzt wurden sie durch einen gewissen Fabricius Fenzonius J. U. D.Am 27. April 1624 meldet der römische Agent, dass die Iliten-kongregation dem Propst habituni episcopalem totnni bewilligenwolle excepta tarnen mozetta, quae denotat iurisdictionem; im besten 5Fall könnte ihm noch das Tragen der Mozzetta innerhalb der exemtenStiftskirche gestattet werden. Damit nicht zufrieden, forderte JohannJakob seinen Agenten auf, es zu betreiben, dass ihm das Tragender Mozzetta bewilligt würde non solum in nostra collegiata in etextra muros, cum etiain in liac ipsa civitate nostra singularis 10parochia et prope civitatem aliae, ad quas nonnunquam suppli-cationes habentur, verum etiam in solemnioribus processionibus,praescrtim tempore iubilaei, sacra hebdomada et aliis diebus lloga-tionum, ne, dum e collegiata nostra ad aliam progredimur ecclcsiam,ulla inconvenientia aut indccentia oriatur (uti liceat) qua de re 15intentionem nostram R mo Augustano etiam insinuavimus, qui nullomodo banc sibi contrariam esse pollicitus est. Am 27. Juli 1624schrieb Fenzonius zurück: De mozetta omnem movi lapidem neetarnen adbuc congregatio consentit, dum non inveniatur cxemplumsimile. Der Propst selbst möge sich an die Kongregation wenden 20und, nachdrücklich auf die Privilegien seines Stifts hinweisen(allegando imprimis privilegia insignis istius collegiatac). Durchdas unten abgedruckte Dekret vom 1. März 1625 wurde dem Propstund seinen Nachfolgern das Tragen der violetten bischöflichenGewandung einschliesslich des Mozzetts — letzteres jedoch ausschliess- 25lieh innerhalb der Stiftskirche bezw. des kleinen exemten Stifts-sprengeis — vorbehaltlich der Zustimmung des Ordinarius gestattet.Bischof Heinrich von Augsburg 1 ) erteilte am 24. November des-selben Jahres den erbetenen consensus Ordinarius und gewährte demPropst Johann Jakob und seinen Nachfolgern die Erlaubnis utendi 30habitu expresso, modo ac dispositione (et non aliter) in eodemdecreto contentis et praescriptis. 2 ) Auf erneutes Ansuchen JohannJakobs Hessen sich 14 Jahre später Bischof und Domkapitel von
Fürstpropsts, der ihm auch auf Tillys Ansuchen für den Transport derBibliothek von Neckarsulm nach Bonauwört 20 Wagen und Bewaffnete zurVerfügung stellte; vgl, Aug. Theiner, Schenkung der Heidelberger Bibliothekdurch Maximilian I. an Papst Gregor X V. (München 1844) 8. 19. 35. 70 u. 74.
1 ) Heinrich (V.) von Knöringen, 1598 — 1648.
2 ) Orig. Berg, mit in Blechkapsel anhängendem Siegel des Biscliojs(d. Augsburg, Jahr und Tag wie oben); Fasz. ISO.